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Vorwürfe gegen Fußballstars "Football Leaks": So sollen Ronaldo und Co. Millionen geschleust haben

Cristiano Ronaldo soll jahrelang eine Briefkastenfirma auf den British Virgin Islands genutzt haben
Cristiano Ronaldo soll jahrelang eine Briefkastenfirma auf den British Virgin Islands genutzt haben, um Werbegelder nicht versteuern zu müssen
© Denis Doyle/Getty Images
Jahrelang soll Cristiano Ronaldo Millionen am Fiskus vorbeigeschleust haben. Das sollen Dokumente der Enthüllungsplattform "Football Leaks" enthüllen. Auch andere Fußballstars stehen im Verdacht, schmutzige Geldgeschäfte betrieben zu haben.

Gemeinsam mit einem internationalen Recherchenetzwerk hat das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" eigenen Angaben zufolge 18,6 Millionen Dokumente zu Geldgeschäften im europäischen Fußball ausgewertet. Es soll das größte Leak in der Geschichte des Sports sein, kündigt das Magazin an. Grundlage der Recherchen ist ein riesiger Datensatz von insgesamt 1,9 Terabyte, die von der Enthüllungsplattform Football Leaks zur Verfügung gestellt wurde. 

In seiner neuesten Ausgabe widmet sich der "Spiegel" den schmutzigen Geldgeschäften europäischer Topfußballer. Im Fokus der ersten Enthüllungen steht der Superstar Cristiano Ronaldo. Er soll seine Multimillionen-Werbeeinnahmen geschickt am Fiskus vorbeigeschleust haben. Bis 2014 habe er über eine Briefkastenfirma in der Karibik Millionen abkassiert und kaum Steuern darauf bezahlt, heißt es in dem Bericht. Dabei profitierte er von einer umstrittenen Sonderregelung des spanischen Steuerrechts. 

Cristiano Ronaldo im Visier der Steuerprüfer

Das Jahr 2014 war jedoch das letzte, in dem für ihn noch ein Ministeuersatz galt. Also musste er sich schnell was einfallen lassen. Kurzerhand soll Ronaldo seine Werberechte für die Jahre 2015 bis 2020 für 75 Millionen Euro an zwei Briefkastenfirmen auf den Britischen Jungferninseln verkauft haben. 63,5 Millionen Euro soll er dabei überhaupt nicht versteuert haben, berichtet der "Spiegel" weiter.

Aus internen Mails gehe nun hervor, dass seine Berater sich große Sorgen machen würden, die Behörden könnten "sensiblen Informationen" rund um die karibische Briefkastenfirma auf die Spur kommen. Die Steuerprüfer sollen ihm bereits im Nacken sitzen, so das Magazin. 

Mezut Özil soll Nachzahlung in Millionenhöhe drohen

Cristiano Ronaldo soll aber bei Weitem nicht der einzige Fußballprofi sein, der sich schmutziger Steuertricks bedient haben soll. Der Meistertrainer José Mourinho soll etwa sein Geld auf Konten in der Schweiz gebunkert haben, die Briefkastenfirmen gehören, die wiederum Bestandteil einer neuseeländischen Stiftung sind. Inzwischen soll Mourinho zu einer Nachzahlung in Millionenhöhe gezwungen worden sein, was aus den enthüllten Unterlagen hervorgehe.

Auch der Name eines deutschen Nationalspielers taucht in dem Bericht auf: Mesut Özil soll 2,8 Millionen Euro Steuern nachzahlen. Das sei das Ergebnis einer Prüfung seiner Einkommensteuererklärungen aus den Jahren 2011 bis 2013 durch die spanischen Finanzbehörden. Özil soll dagegen Einspruch eingelegt haben.

ivi

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