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Fußball: Der Nobody, der Premiere ausbremst

Mit der "Arena Sport Rechte und Marketing GmbH" hat ein großer Unbekannter den Zuschlag für die Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga erhalten.

Das Münchner Unternehmen "Arena Sport Rechte und Marketing GmbH" ist eine Tochter des Kabelnetzbetreibers Unity Media. Unter deren Dach stecken die drei Kabelnetzbetreiber Iesy, Ish und Telecolumbus. Damit treten die deutschen Kabelnetzbetreiber - bisher Zwerge im Pay-TV-Geschäft - aus dem Schatten des großen Konkurrenten Premiere. "Ich bin schon erstaunt, dass sie die Pay-TV- Rechte einem Nobody anvertrauen", sagte Premiere-Chef Georg Kofler.

"Wir werden den Prozess mit Arena eng begleiten", sagte DFL-Verhandlungsführer Christian Seifert. "Der neue Partner braucht Karenzzeit. Bis zum Start der Bundesliga im August ist noch Zeit." Vereinbart sei, dass der Preis für das neue Pay-TV-Angebot unterhalb von 20 Euro pro Monat liegen soll.

Die Kabelnetzbetreiber Iesy, Ish und Telecolumbus versorgen in Deutschland rund sieben Millionen Haushalte. Alle drei haben zwar eigene Pay-TV-Programme, die Abonnentenzahlen sind mit etwas mehr als 100 000 jedoch vergleichsweise gering. Die Verbreitung reicht bislang nicht aus, um die zugesagte flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Daher muss sich Arena nach Verbündeten umsehen. Als natürlicher Partner gilt in Branchenkreisen der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG). Beide Seiten bestätigten am Mittwoch auch Gespräche.

Für Unity Media ist der Erwerb der Übertragungsrechte, der laut Premiere-Chef Kofler 300 Millionen pro Jahr gekostet hat, eine strategische Entscheidung: "Als Kabelnetzbetreiber wollen wir möglichst viele Leute ins digitale Fernsehen locken“ sagt Eva Kröger, Sprecherin der Unity Media.

kbu mit DPA
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