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FUSSBALL: Ikpeba: »Man wollte mich zerstören«

Mit massiver Kritik hat Fußball-Profi Victor Ikpeba erneut auf seine Ausbootung beim Bundesligisten Borussia Dortmund reagiert.

Mit massiver Kritik hat Fußball-Profi Victor Ikpeba erneut auf seine Ausbootung beim Bundesligisten Borussia Dortmund reagiert. »Hier hat man mich zerstört. Man nutzte die Presse, um skandalöse Dinge über mich zu schreiben. So was habe ich noch nie erlebt«, sagte der nigerianische Nationalspieler am Samstag in einem Interview mit der französischen Sportzeitung »L'Equipe«. Sein Wechsel von Monaco ins Ruhrgebiet habe sich als großer Fehler erwiesen. »Ich fiel auf einen anderen Planeten. Von Anfang an gab man mir zu verstehen, dass ich das Fußballspielen neu lernen müsste.

»Das ist dummes Zeug«

BVB-Manager Michael Meier reagierte mit Verwunderung auf die Vorwürfe Ikpebas: »Das ist dummes Zeug. Das muss man klipp und klar sagen. Die Vorwürfe, wenn er sie tatsächlich so geäußert haben sollte, sind im Grunde in allen Punkten zu entkräften.« Er lasse »kein Jota« von Ikpebas Äußerungen gelten.

»Zu viele Schwarze im Verein«

In einem Interview voller Seitenhiebe, mit dem er seine Trennung von der Borussia endgültig besiegelt habe dürfte, unterstellte der 27 Jahre alte Angreifer den deutschen Medien und Mitspielern Intoleranz. »Ich bin Afrikaner. Wenn ich zur Nationalmannschaft reiste, schrieb die Presse, ich wäre in den Ferien. In den Kabinen beschwerten sich die Spieler, es seien zu viele Schwarze im Verein«, kritisierte Ikpeba, der allerdings »nicht von Rassismus reden« wollte. »Aber als Brasilianer wäre manches sicher besser gelaufen.«

»Es können nicht genug Schwarze bei uns sein«, versuchte Meier, die Brisanz der Ikpeba-Äußerungen zu entkräften.

»Sie brachen meinen Stolz«

Ikpeba monierte, vor allem die Mentalität in Deutschland habe sich negativ auf seine Leistungen ausgewirkt. »In Frankreich darfst du leben wie du willst. Hier nicht. Als ich kam, war ich jemand, eine Persönlichkeit, hatte Temperament, lachte gerne. Das wollte man alles zerstören um mich mit den anderen gleichzumachen. Sie brachen meinen Stolz«, meinte Ikpeba, der sich trotz einer hohen Ablösesumme von 15 Millionen Mark nie einen Stammplatz im BVB-Kader erkämpfen konnte. »Ich brauchte ein Jahr bis ich verstand. Hier muss man immer den Mund halten.«

Auch sein Comebackversuch nach dem Tod seiner Frau im vergangenen Jahr sei von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. »Seitdem werde ich den Eindruck nicht los, dass man mich nur spielen ließ, weil ich meine Frau verlor. Aus Mitleid, um mich zu trösten. Das ist das Grausamste, was mir je in meinem Leben passiert ist. Nur wegen ihr hielt ich hier durch. Sie stand immer hinter mir. In Lüttich, Monaco. Heute ist sie bei Gott und ich glaube, sie will mich öfters spielen sehen.«

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