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Fußball-Vereine: Kommerzbetrieb statt Gemeinützigkeit

Profi-Clubs der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga drohen höhere Steuern. Bislang galten die Vereine als gemeinnützig, aber nun bemängeln Betriebsprüfer die Kommerzialisierung. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Nachversteuerung für die vergangenen zehn Jahre kommen.

Im Gespräch ist, Vereinen das Gemeinnützigkeitsrecht zu entziehen, wodurch ein finanzieller Vorteil verloren ginge. Das Bundesfinanzministerium erklärte am Wochenende, Betriebsprüfer hätten eine zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs festgestellt. Das Thema solle mit den Ländern nun ergebnisoffen erörtert werden, sagte ein Sprecher.

Der "Spiegel" berichtete, die Abteilung Betriebsprüfung des Bundeszentralamtes für Steuern sei der Auffassung, dass den Vereinen in den meisten Fällen die Gemeinnützigkeit zu entziehen sei. Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb sei zum Selbstzweck geworden, der ideelle Bereich wie die allgemeine Sportförderung in den Hintergrund getreten. Das gelte auch für Vereine, die ihre Lizenzspielerabteilung in Kapitalgesellschaften ausgegliedert hätten, sofern sie auch dort die Geschäftspolitik beherrschten.

Bei einem Verlust der Gemeinnützigkeit unterliegen dem Bericht zufolge Überschüsse aus Vermögensverwaltung oder Zweckbetrieben der Körperschaft- oder Gewerbesteuer. Es könne zu einer Nachversteuerung für die vergangenen zehn Jahre kommen. Vor allem bei Mitgliedsbeiträgen und Spenden würde ein Wegfall der Gemeinnützigkeit die Vereine treffen. Der VfB Stuttgart müsste nach Schätzung der Clubführung jährlich einen hohen sechsstelligen Betrag zusätzlich an Steuern zahlen.

Reuters

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