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Hallenfußball-Cup in Hamburg: Massenschlägerei führt zu Turnierabbruch

Schwere Prügeleien zwischen Fans des FC St. Pauli und des VfB Lübeck haben in Hamburg zum Abbruch eines traditionsreichen Fußballturniers geführt. Bei der Randale in einer Sporthalle gab es rund 90 Verletzte.

Massive Gewalt zwischen rivalisierenden Fußballfans hat in Hamburg zum Abbruch eines bekannten Hallenfußballturniers geführt. Der traditionelle Schweinske-Cup im Hamburger Stadtteil Winterhude ist nach den gewaltsamen Ausschreitungen vom Freitagabend abgebrochen worden. Eine sichere und gewaltfreie Fortsetzung der Veranstaltung sei nicht gewährleistet, teilten die Organisatoren auf ihrer Internetseite mit.

Bei den Ausschreitungen sind nach neuesten Polizeiangaben rund 90 Menschen verletzt worden. 40 von ihnen erlitten durch den Einsatz von Pfefferspray Augenreizungen, 38 Personen und elf Polizisten wurden verletzt. Sechs Menschen erlitten so schwere Verletzungen, dass sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Insgesamt wurden 74 Randalierer vorübergehend in Gewahrsam genommen, davon 72 Anhänger des Zweitligisten FC St. Pauli. Zwei Rowdys wurden festgenommen.

Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, kam es bereits vor Spielbeginn zu kleineren Straßenschlachten zwischen Fans des Hamburger SV und dem VfB Lübeck auf der einen Seite und Anhängern des FC St. Pauli auf der anderen. Gegen 19.00 Uhr eskalierte die Randale zwischen Fans erneut, diesmal auf den Tribünen der Halle. Nachdem Anhänger des VfB Lübeck die Pauli-Fans provoziert hätten, seien diese wiederum in den VIP-Bereich gestürmt und hätten Spieler und Organisatoren bedroht.

Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein

Die Polizei war mit zwei Hundertschaften in der Alsterdorfer Sporthalle im Einsatz, um die prügelnden Fans zu trennen. "Dabei sind zum Teil auch Unbeteiligte durch Pfefferspray verletzt worden", räumte Polizeieinsatzleiter Robert Golz ein. Ein Augenzeuge berichtete dem Pay-TV Sender "Sky": "Es war ziemlich heftig, wenn man gesehen hat, wie Kinder mit ihren Eltern nicht wussten, wohin. Wir sollten nicht nach draußen, nicht nach oben, überall wurde rumgerannt. Es war schon schockierend", sagte der Zuschauer. Auch die Veranstalter zeigten sich schockiert.

Zunächst gingen die Spiele weiter, doch im weiteren Verlauf setzten sich die Ausschreitungen auch vor der Halle fort. Die Zuschauer flüchteten schließlich aus der Halle, und das Turnier wurde abgebrochen. Die Lage beruhigte sich erst nach mehreren Stunden. Polizeieinsatzleiter Golz sagte dem "Hamburger Abendblatt" zufolge: "Nach den heutigen Erfahrungen sollte der Schweinske-Cup nicht wieder stattfinden. In dieser Halle ist bei so massiver Gewalt die Sicherheit nicht zu gewährleisten." Dem Hallenturnier, das seit 1987 ausgetragen wird, droht damit das Aus.

seh/DPA / DPA

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