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International: Süper Lig - Fenerbahce und Galatasaray siegen in den Playoffs

Das viel erwartete Finale der Süper Lig hat begonnen. Während die Zweiklassengesellschaft betoniert wurde, sorgt ein Verein am Rande für Aufsehen. Bursaspor baut ein Stadion in Maskottchen-Form.

Am letzten Wochenende begann das viel erwartete Finale der Süper Lig. Neben den Favoritensiegen sorgte ein ganz anderer Verein für Aufsehen. Bursaspor wechselt vom Atatürk- zum Krokodil-Stadion. Lesen Sie alles Neue aus der Süper Lig.

Meisterschafts-Playoffs

Fenerbahce – Trabzonspor

Der Gastgeber benötigte wenige Minuten, um das Geschehen an sich zu reißen. Nach einem sehenswerten Distanzschuss durch Trabzons Didier Zokora fand die Herrlichkeit des Schwarzmeerclubs ein jähes Ende. Die Kanarienvögel übernahmen die Kontrolle und sollten diese nicht wieder abgeben. Fener benötigte einige Anläufe, Moussa Sow und Gökhan Gönül vergaben beste Möglichkeiten, ehe Cristian Baroni aus 20 Metern zur längst verdienten Führung traf.

Von den Gästen war auch nach dem Seitenwechsel nicht viel zu sehen. 32-Tore Mann Burak Yilmaz etwa war völlig abgemeldet und auch Halil Altintop fand sich nur selten im Blickpunkt der Kameras. Ganz anders Feners Christian Baroni, der im Mittelfeld das Leder eroberte und Moussa Sow mit einem vorzüglichen Steilpass auf die Reise zum 2:0 schickte. Nach dem Treffer spielte der Rekordmeister seinen Stiefel herunter und sparte sich seine Kräfte für das nächste Duell am 22. April bei Galatasaray.

Mit dem sehr überzeugenden Auftritt ist Fener zwischenzeitlich auf zwei Punkte an Galatasaray herangekommen und avancierte zum größten Fan von Besiktas am Montagabend. Ob alles gelb-blaue Daumendrücken was genützt hat, lesen Sie gleich. Trabzon hingegen kann sich schon nach dem ersten Spiel des Süper Finals mit neun Punkten Abstand auf den zweiten Platz und der damit verbundenen Champions League-Qualifikation verabschieden.

Besiktas – Galatasaray

Aufgrund starker Regenfälle und entsprechend schlechter Platzverhältnisse musste die Begegnung zwischen Besiktas und Galatasaray vertagt werden. Am Montag war es dann aber so weit, das erste Istanbuler Derby der Playoffs konnte angepfiffen werden.

Lange währten Feners Hoffnungen auf Schützenhilfe durch die Schwarzen Adler nicht. In der 26 Minute brachte Felipe Melo den Meisterschaftsfavoriten in Führung und die Löwen wieder mit fünf Punkten vor Fenerbahce in Front. Melo und Albert Riera wurden am letzten Spieltag der regulären Saison von Fatih Terim aufgrund einer Rangelei im Training noch aus dem Kader gestrichen. Die Begnadigung machte sich bezahlt, auch Riera lieferte eine starke Partie ab.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Adler ihre Krallen und versuchten über den Kampf zurück ins Spiel zu finden. Fünf Gelbe Karten und die Ampelkarte für Roberto Hilbert waren das Ergebnis, am Spielgeschehen selbst konnte die robuste Besiktaser Spielweise nichts ändern. Die spielerisch überlegenden Löwen beendeten elf Minuten vor Ablauf des Derbys die Träume Besiktas von der Champions League-Quali. Das neue Ziel der Adler kann nur lauten den dritten Tabellenplatz gegen Trabzonspor zu verteidigen, um in der nächsten Saison in die Europa League mitmischen zu dürfen.

Für Gala hingegen stehen die Zeichen weiter auf Meisterschaft. Am nächsten Spieltag kann CimBom im Derby gegen Fener auf acht Punkte davon ziehen und spätestens dann mit den Planungen der Feierlichkeiten beginnen.

Europa League-Playoffs

Nach nur einer Partie hat sich Sivasspor zum Favoriten der zweiten Playoffgruppe und der Chance auf eine EL-Qualifikation gemausert. Mit einem 4:0 fegte Sivasspor Bursa regelrecht vom Platz und hätte durchaus noch den einen oder anderen Treffer nachlegen können.

Nach dem gleichzeitigen 1:1 zwischen Büyükşehir und Eskişehirspor übernimmt der erst 1967 gegründete anatolische Verein die Führung und träumt nach der erreichten Championsleague-Qualifikation 2009 von der zweiten europäischen Teilnahme in der Vereinsgeschichte.

Bursaspor

An der bitteren Auftaktpleite hat der Meister der Saison 2009/10 hart zu knabbern. 2010/2011 noch in der Champions League vertreten, droht der Abwärtstrend nach dem dritten Platz im Vorjahr und der erreichten Europa League-Qualifikation in die nächste Runde zu gehen.

Das Heimstadion spendete Bursaspor kein Geringerer als der Gründer der Türkei, Kemal Atatürk. Atatürk ließ in Bursa ein Stadion mit einer Kapazität von 400 Plätzen bauen. Überglücklich und mit stolzgeschwellter Brust gab Bursa dem Stadion den Namen Bursa-Atatürk-Stadion. 1950 wurde das Stadion erneuert und bietet heute rund 25.000 Zuschauern Platz. Damit aber nicht genug, aktuell baut Bursaspor an einem neuen Stadion, der Krokodil Arena.

Das erste Stadion der Welt, dass in der Form des Vereinsmaskottchen daher kommt, soll eine Kapazität von knapp 45.000 Plätzen in den Eingeweiden des Reptils bieten. 2013 soll die Arena fertiggestellt werden. In dem Krokodilskopf soll schließlich das Vereinsmuseum mit dem Meistertitel von 2010 eine neue Heimat finden. Es gibt Krokodilarten, die es bis zu einem Jahr ohne Nahrung aushalten. Man darf gespannt sein, wann das Bursaspor-Krokodil wieder etwas zu fressen bekommt.

Serkan Agci und Bülent Yaman

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