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Englischer Premier-League-Club Eigentümer von Manchester United denken über Verkauf nach

Eine Eckfahne mit dem Logo von Manchester United
Manchester United ist seit 2005 im Besitz der amerikanischen Familie Glazer. Die Eigentümer prüfen nun "eine externe Finanzierung, um das Wachstum zu fördern", wie der Verein mitteilte.
© Alex Pantling / DPA
Die amerikanischen Eigentümer von Manchester United haben am Dienstag bestätigt, dass sie den legendären Premier-League-Klub zum Verkauf anbieten wollen. Die Ankündigung erfolgte nur vier Stunden nach der Mitteilung, dass Cristiano Ronaldo den Verein verlässt.

Die amerikanischen Eigentümer von Manchester United denken über einen Verkauf des englischen Premier-League-Clubs nach. Wie der Verein mitteilte, prüft die Glazer-Familie eine externe Finanzierung, um das Wachstum zu fördern. "Als Teil dieses Prozesses wird der Vorstand alle strategischen Alternativen in Betracht ziehen, einschließlich neuer Investitionen in den Club, einen Verkauf oder andere Transaktionen, die das Unternehmen betreffen", hieß es in einer Mitteilung. Auch die Sanierung des Stadions und der Infrastruktur sowie der Ausweitung der kommerziellen Aktivitäten des Klubs auf globaler Ebene würden hierzu bewertet.

Die amerikanische Investmentbank Raine Group wurde beauftragt, sich um einen eventuellen Verkauf oder eine Neuinvestition zu kümmern. Raine hatte bereits in diesem Jahr den Verkauf des Premier-League-Klubs Chelsea an Todd Boehly und Clearlake Capital abgewickelt. Als exklusiver Finanzberater stehe den Aktionären der Familie Glazer die Bankholding Rothschild & Co zur Seite, hieß es.

Glazer übernahm Manchester United 2005 für 1,47 Milliarden Dollar

"Die Stärke von Manchester United beruht auf der Leidenschaft und Loyalität unserer weltweiten Gemeinschaft von 1,1 Milliarden Fans und Anhängern", so die Co-Vorsitzenden Avram Glazer und Joel Glazer in der Erklärung. "Da wir auf der Erfolgsgeschichte des Vereins weiter aufbauen wollen, hat der Vorstand eine gründliche Evaluierung strategischer Alternativen genehmigt. Wir werden alle Optionen prüfen, um sicherzustellen, dass wir unseren Fans am besten dienen und dass Manchester United die bedeutenden Wachstumschancen, die dem Verein heute und in Zukunft zur Verfügung stehen, maximiert."

Sie fügten hinzu, dass "wir uns während des gesamten Prozesses voll und ganz darauf konzentrieren werden, den besten Interessen unserer Fans, Aktionäre und verschiedenen Interessengruppen zu dienen."

Obwohl es keine Garantie dafür gibt, dass die Glazers die vollständige Kontrolle über United abgeben werden, gibt die Nachricht den Anhängern der Mannschaft Hoffnung. Sie kämpfen seit langem dafür, die amerikanische Familie, der auch die Tampa Bay Buccaneers in der NFL gehören, zu vertreiben. Seit der Übernahme im Frühjahr 2005, als der inzwischen verstorbene Unternehmer Malcolm Glazer den Traditionsclub für 1,47 Milliarden Dollar übernommen hatte, hagelte es Kritik. Immer wieder kam es zu Protesten. Dass ausgerechnet ein Milliardär aus Amerika, der sein Vermögen vornehmlich mit Einkaufszentren, TV-Sendern, Fischfabriken oder einem American-Football-Team mehrt, Herr über einen der traditionsreichsten Vereine aus dem Fußball-Mutterland geworden ist, passte den Fans auf der Insel gar nicht.

Manchester United löst Vertrag mit Cristiano Ronaldo

Die Fans von Manchester United kritisieren den fremdfinanzierten Charakter der Übernahme durch die Glazers, die den Verein mit Schulden belastet haben, sowie den vermeintlichen Mangel an Investitionen und die von den Eigentümern kassierten Dividenden.

Die Ankündigung über den möglichen Verkauf kam rund vier Stunden nach der Mitteilung, dass Manchester United und Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo den Vertrag auflösen. Zuvor hatte Ronaldo in einem Interview unter anderem den Trainer und die Besitzer des Clubs kritisiert.

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Quellen:  Manchester United, Associated Press, DPA

jek

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