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DFB-Affäre: Niersbach soll brisante Steuererklärung unterschrieben haben

Neue Erkenntnisse in der DFB-Affäre: Offenbar hat Wolfgang Niersbach im Jahr 2007 die umstrittene Steuererklärung unterzeichnet. Das würde erklären, warum die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt.

Der Druck auf Wolfgang Niersbach nimmt zu

Der Druck auf Wolfgang Niersbach nimmt zu

Offenbar ist nun klar, warum die Staatsanwaltschaft gegen Wolfgang Niersbach ermittelt: Der DFB-Präsident soll 2007 die Steuererklärung um die ominöse 6,7-Millionen-Euro-Zahlung eigenhändig unterschrieben haben. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") mit Berufung auf DFB-Kreise.

Wolfgang Niersbach war damals nur wenige Tage zuvor zum Generalsekretär berufen worden. Hätte sein Vorgänger im Amt, Horst R. Schmid, die Erklärung unterzeichnet, würde gegen Niersbach nun vielleicht nicht ermittelt werden. So aber rückt auch er ins Visier der Justiz - zumal laut "SZ" beim DFB inzwischen Verwunderung herrscht, dass die Erklärung damals so spät abgegeben wurde. Sie soll schon lange zuvor fertig gewesen sein.

Razzia am Dienstag

Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main sowie die Wohnsitze des DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach, seines Vorgängers Theo Zwanziger und des damaligen DFB-Generalsekretärs Horst R. Schmidt durchsucht. Sie ermittelt "wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall". Gegen Franz Beckenbauer werde nicht ermittelt, weil er nichts mit der Steuererklärung zu tun gehabt habe.

Hintergrund der Ermittlungen ist der unklare Transfer von 6,7 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-WM 2006, der vom WM-Organisationskomitee an den Weltfußball-Verband Fifa geflossen sein soll. Nach derzeitigem Erkenntnisstand soll die vom WM-Organisationskomitee im Frühjahr 2005 geleistete Zahlung für eine Kostenbeteiligung an einem Kulturprogramm im Rahmen der WM 2006 dargestellt und als Betriebsausgabe steuermindernd geltend gemacht worden sein. 

car/mit Agenturen
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