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Oliver Kahn: "Ich bin mit mir im Reinen"

Dass er bei der WM nicht als Nummer 1 im Tor stehen darf, war für Oliver Kahn eine riesige Enttäuschung. Inzwischen kann der Keeper Jürgen Klinsmanns Entscheidung sogar Positives abgewinnen - und bis zu seinem Karriereende hat er noch Großes vor.

Oliver Kahn hat nach eigener Aussage die Enttäuschung über die Degradierung zum Ersatztorwart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft überwunden und kann seiner Situation sogar positive Aspekte abgewinnen. "Selten habe ich so viel innere Befreiung und Freude an meinem Beruf gespürt wie gerade jetzt. Es war wie ein sich öffnen", sagte der Schlussmann des FC Bayern München in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Ich bin mit mir im Reinen. Gerade jetzt wie noch nie in meiner Karriere."

Kahn betonte erneut, dass er bei der WM nicht als Querulant auftreten werde. "Ich fahre zu der Weltmeisterschaft, habe mich längst mit der Situation arrangiert und werde meine Aufgabe so angehen, dass es für alle nur positiv sein kann", sagte der 36-Jährige. Anfang April hatte sich Bundestrainer Jürgen Klinsmann für Kahn-Konkurrent Jens Lehmann als seinen WM-Torwart entschieden.

Über Klinsmann will Kahn nicht reden

Kahn wies Spekulationen zurück, er habe nur aus ökonomischen Gründen beschlossen, auch als Ersatzmann an der WM teilzunehmen. "Ich bin ein Vollblut-Profisportler und würde eine so wichtige Entscheidung niemals auf Grund materieller Aspekte treffen. Ich habe keinen einzigen Werbevertrag, der eine Teilnahme meiner Person an der WM voraussetzt." Er habe seine Entscheidung getroffen, weil "ich in erster Linie Sportler bin. Er sei kein Mensch, der sich in schwierigen Situationen durch die Hintertür verabschiede.

Über sein persönliches Verhältnis zu Klinsmann und dessen Trainerstab nach der Entscheidung wollte Kahn nicht reden. "Das spielt alles keine Rolle. Ich möchte lieber über Professionalität sprechen. Es geht nur darum, dass das Unternehmen WM ein Erfolg wird."

Karriere-Ende 2008

Die Frage, ob er nach der WM noch einmal den Kampf um die Nummer 1 im Nationalteam aufnehmen wolle, ließ Kahn unbeantwortet. Seine Karriere bei den Bayern werde er aber nach Ablauf seines jetzigen Vertrages im Sommer 2008 beenden. Es ginge nun für ihn auch darum, dass er in sein "Leben danach hineinwachse", betonte der mehrfache Welttorhüter des Jahres. "Ich kann mir vorstellen, dass die nun folgenden zwei Jahre meiner Torwart-Laufbahn für mich die schönsten sein werden." Ein letzter große Traum seiner Sportlerkarriere sei ein weiterer Einzug ins Finale der Champions League.

DPA / DPA

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