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Premier League: Terry in der "Hölle"

Fußball verrückt in der englischen Premier League: Tabellenführer Chelsea London kam in Everton unter die Räder - auch weil der in einen Sexskandal verwickelte Kapitän John Terry patzte. Ballack wurde nur eingewechselt. Und Manchester United? "United" patzte ebenfalls.

Aus der "Hölle" des Goodison-Park-Stadions an den Strand von Dubai: Nach der von ihm mitverschuldeten 1:2-Schlappe in der englischen Fußball-Meisterschaft gegen den FC Everton hat Chelsea-Mannschaftsführer John Terry Sonderurlaub erhalten und darf für ein Valentinstag-Wochenende zu Frau und Kindern nach Dubai jetten, um sein Privatleben zu kitten. Damit fehlt Terry, der gerade das Amt als Kapitän der England-Auswahl abgeben musste, seinem Club am Samstag beim Pokal-Fight gegen Zweitligist Cardiff City.

Trotz Dauerpräsenz in den Medien wegen einer außerehelichen Affäre mit der Ex-Freundin eines ehemaligen Clubkameraden Wayne Bridge hatte Chelseas 29 Jahre alter Abwehrchef zuletzt stets Glanzleistungen gezeigt. Gegen die kämpferischen "Toffees" wirkte er am Mittwochabend aber erstmals in zwei Situationen nicht auf der Höhe. "Terrys Hölle", titelte das Boulevardblatt "The Sun" am Donnerstag. "Typisch, dass die Ursache seiner Schwierigkeiten aus Frankreich stammt", witzelte die Zeitung "The Guardian" in Anspielung auf Terrys Affäre.

Das Blatt spielte allerdings auch auf Louis Saha an. Denn der französische Everton-Stürmer brachte der Chelsea-Elf mit dem in der 56. Minute eingewechselten Michael Ballack im Alleingang die vierte Saison-Niederlage bei (33./75.). Dabei war der Spitzenreiter in Englands Premier League nach dem frühen Treffer durch Florent Malouda (17.) zunächst auf dem besten Weg, die Tabellenführung auszubauen.

Da aber Verfolger Manchester United zu zehnt über ein 1:1 gegen Aston Villa nicht hinauskam, blieben Ballacks "Blues" nach dem 26. Spieltag mit noch einem Zähler Vorsprung vorn. Chelseas Co-Coach Ray Wilkins, der seinen Chef Carlo Ancelotti vor der Presse vertrat, meinte enttäuscht: "Wir wären am liebsten schon zehn Zähler weg, aber es war immer klar, dass das nicht so laufen wird." Wilkins bestritt, dass sich bei Terry die Dauerberichterstattung über sein Privatleben bemerkbar mache. "Er ist diese Saison absolut überragend. Wenn das 1:2 überhaupt auf seine Kappe ging, dann war es ein Miniausrutscher."

Derweil lobte Manchester-Trainer Sir Alex Ferguson seine Elf, die nach einer Roten Karte gegen Angreifer Nani (29.) eine Stunde lang in Unterzahl spielen musste. "Die Jungs haben gerackert, wir waren die bessere Elf und wollten gewinnen", sagte Ferguson. "Wir können das, weil wir so gut in Form sind." Lachender Dritter der Punktverluste an der Spitze war der zuletzt von Chelsea und ManU besiegte FC Arsenal. Die "Gunners" gewannen gegen den FC Liverpool 1:0 und verkürzten den Rückstand zu Chelsea auf sechs Zähler. "Ein kleines Tor hat für ein Riesen-Ergebnis gesorgt. Wir haben eine Titelchance", glaubt Arsenal- Trainer Arsène Wenger, der seinen 300. Premier-League-Sieg feierte.

DPA/kbe

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