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Sonntagsspiele: Gladbach ohne Chance, Mainz muss zittern

Mainz 05 bleibt im Tabellenkeller gefangen: Das Team von Trainer Jürgen Klopp kam beim Hamburger SV nur zu einem Unentschieden - für den Klassenerhalt ist jetzt ein kleines Wunder nötig. Borussia Mönchengladbach spielte gegen Hannover bereits wie ein Absteiger.

Für Mainz 05 wird es nach dem 2:2-Unentschieden beim Hamburger SV ganz schwer, noch den Klassenerhalt zu schaffen. Vor 57.000 Zuschauern in der zum siebten Mal in dieser Saison ausverkauften AOL-Arena sorgten am Sonntag Mohamed Zidan (12.) und Fabian Gerber (59.) zwei Mal für die Führung der Mainzer. Erst Super-Joker Paolo Guerrero bewahrte die Hamburger vor einer Heimniederlage. 16 Minuten nach seiner Einwechslung rettete der Peruaner den schwachen Hanseaten mit seinem Treffer in der 83. Minute zum 2:2 einen Punkt und verhinderte dadurch den erneuten Absturz seines Clubs in die akute Gefahrenzone. Juan Pablo Sorin (23./Foulelfmeter) hatte das erste HSV-Tor per Elfmeter erzielt. Die Mainzer können nach zuvor vier Niederlagen in Serie am Ende mit dem einen Zähler nicht zufrieden sein und rangieren weiter auf dem vorletzten Tabellenplatz.

"Das war ein Spiel zum Abgewöhnen. Wir müssen froh sein, dass wir den Abstand zu Mainz gehalten haben und weiter unsere Hausaufgaben machen, um die nötigen Punkte im Abstiegskampf zu sammeln", forderte HSV-Keeper Frank Rost selbstkritisch. "Wir haben immerhin weiter alles selbst in der Hand", urteilte Abwehrspieler Mathias Abel. Dagegen ärgerte sich der Mainzer Torschütze Gerber: "Wir können nicht zufrieden sein, da wir zweimal geführt haben. Ein Sieg wäre verdient gewesen und hätte uns im Abstiegskampf enorm weiter geholfen."

Mainzer Stammtorhüter verletzte sich vor Spielbeginn

Die Mainzer mussten den ersten Schock schon vor Spielbeginn verkraften, als sich ihr Stammtorhüter Dimo Wache beim Aufwärmen an der Schulter verletzte und Christian Wetklo einspringen musste. Umso besser kamen die Gäste gegen die wie vor zwei Wochen gegen den VfB Stuttgart (2:4) zu sorglos startenden Hanseaten in die Partie hinein. Gleich die erste Chance nutzte Zidan zu seinem zwölften Saisontor: Nach einem Steilpass umkurvte der Ägypter seinen Gegenspieler Joris Mathijsen und zirkelte das Leder traumhaft sicher in den Winkel.

Erst jetzt wachte der HSV, bei dem der zuletzt unberücksichtigte Nationalspieler Piotr Trochowski im Mittelfeld überraschend den Vorzug vor Alexander Laas erhalten hatte, allmählich auf - und kam auch zu ersten Einschussmöglichkeiten. Ivica Olic (17.) scheiterte noch an Wetklo. Doch nachdem David Jarolim im Strafraum vom ungestüm attackierenden Milorad Pekovic zu Fall gebracht wurde, verwandelte der Argentinier Sorin den fälligen Elfmeter zum 1:1. Zu mehr reichte es für den HSV zunächst jedoch nicht. Das lag auch daran, dass weder Rafael van der Vaart noch Trochowski das Spiel in den Griff bekamen.

Mainz war spielerisch nicht stark genug

Doch auch nach Wiederanpfiff blieben die kampfstarken 05er ständig in Bewegung und machten den Norddeutschen dadurch das Leben weiterhin schwer. Deren spielerischen Mittel reichten einfach nicht aus, um den defensiv kompakt stehenden Gegner zu überlisten. Im Gegenteil: Nach einem blitzsauberen Konter staubte Gerber gegen die auch bei diesem Gegentreffer ungeordnete HSV-Hintermannschaft eiskalt ab. Dessen Coach Huub Stevens reagierte auf den Rückstand mit der Hereinnahme von Joker Guerrero für den enttäuschenden Trochowski. Und wieder war der Peruaner als Retter zur Stelle und schoss sein viertes Saisontor.

Im zweiten Sonntagsspiel hat sich Borussia Mönchengladbach aus der ersten Liga verabschiedet. Auch bei Hannover 96 konnte der fünfmalige deutsche Meister am Sonntag seine Talfahrt nicht stoppen und kassierte nach einer desolaten Vorstellung eine 0:1 (0:1)-Niederlage. Mit acht Punkten Rückstand auf den rettenden 15. Platz hat der Tabellenletzte bei noch vier ausstehenden Spieltagen nur noch eine rein rechnerische Chance, den erneuten Absturz nach 1999 in die Zweite Liga zu verhindern. Mit seinem vierten Saisontor sorgte Arnold Bruggink in der 31. Minute für den ersten Heimsieg seit acht Wochen der Niedersachsen, die auf Rang neun kletterten und das Abstiegsgespenst vorerst vertrieben.

"Ein Marcell Jansen reicht nicht"

"Dieser Sieg bedeutet gar nichts: Diese drei Punkte verschaffen uns lediglich etwas Luft im Abstiegskampf; mehr nicht"; sagte Hannovers Trainer Dieter Hecking. Sein Gladbacher Kollege Jos Luhukay klagte: "Wir verstehen es einfach nicht, ein Tor zu erzielen. Und dann verliert man eben 0:1. Es hat wieder nicht gereicht. Ein Marcell Jansen reicht nicht." Auch der Nationalspieler hatte den Bann nicht brechen können. "Wir wussten, dass wir gewinnen müssen, um noch eine Chance zu haben. Ich bin sehr traurig, aber das war's wohl."

Britta Körber/DPA/tis / DPA

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