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UEFA-Cup: Stuttgarter B-Elf verschenkt Gruppensieg

Die B-Elf des VfB Stuttgart hat trotz eines verdienten 2:1 (2:0) gegen Rapid Bukarest den erhofften Gruppensieg im UEFA-Pokal verpasst. Der Treffer der Osteuropäer sorgte für eine herbe Enttäuschung bei den Deutschen.

Zwei Tore von Ersatz-Stürmer Mario Gomez (20./37. Minute) gegen die bislang ungeschlagenen Rumänen ließen die Schwaben lange von Platz 1 träumen, doch der Gegentreffer des eingewechselten Lucia Burdujan (80.) machte alle Hoffnungen des auf sieben Positionen veränderten Fußball-Bundesligisten zunichte.

Als Dritter wird die Mannschaft von Trainer Giovanni Trapattoni am Freitag in der ersten K.o.-Runde mit 32 Clubs damit einem Gruppensieger zugelost. Bei Punktgleichheit (9) setzte sich Rapid in der Gruppe G nur dank der besseren Tordifferenz vor Schachtjor Donezk und dem VfB durch.

"Hut ab vor der Truppe"

"Hut ab vor der Truppe", lobte Nationalspieler Andreas Hinkel seine Kollegen. "Schade, dass wir nicht 2:0 gewonnen haben, wir wollten schon Gruppensieger werden. Aber es ist doch klar, dass wir noch nicht bei 100 Prozent sind und die Kräfte in der zweiten Halbzeit nachgelassen haben."

"Maestro" Trapattoni ließ gegen die bis dato in der Gruppe G ungeschlagenen Rumänen noch kräftiger rotieren, als er zunächst angekündigt hatte. Der Italiener krempelte die Startelf im Vergleich zum 1:0-Sieg in Wolfsburg völlig um. Damit gönnte er dem Stammpersonal drei Tage vor dem Top-Spiel gegen Schalke 04 eine Schonfrist. Zudem ersetzte Gomez den verletzten Star-Stürmer Jon Dahl Tomasson; Silvio Meißner war gesperrt.

Ein kurioses Tor

Die Anfangsphase riss keinen der 14.000 Zuschauer im Daimler-Stadion vom Hocker. Wie aus heiterem Himmel fiel das 1:0 - ein kurioses Tor: Wie ein Anfänger ließ sich Rapids Ersatztorhüter Mihai Minca den schon sicher geglaubten Ball von Christian Gentner abluchsen, der den freistehenden Gomez bediente. Zwei Minuten später senkte sich die Kugel bei einem Heber Gentners auf die Latte. Der Bundesliga-Siebte war zielstrebiger und bestimmte das Spiel, das 2:0 lag in der Luft: Bei seinem abgefälschten 15-Meter-Schuss hatte Gomez allerdings auch Glück. Dem Anschlusstreffer der Rumänen war ein Abwehrfehler von Hinkel vorausgegangen.

Trotz der Total-Rotation bot der VfB seinen Fans ein ordentliches Spiel, begünstigt allerdings durch die schwache Leistung der Gäste vor der Pause. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte verbuchte Rapid durch Nicolae Constantin die erste Chance. Die von Trapattoni als stärkste Gruppengegner avisierten Rumänen blieben vor allem im Angriff fast alles schuldig. Auch das gefürchtete Abwehr-Bollwerk wurde diesmal im "Schwabenstreich" genommen, nachdem Rapid zuvor in drei Gruppenspielen im UEFA-Cup und sechs Meisterschafts-Partien ohne Gegentreffer geblieben war.

Unnötiges Risiko

Nach der Pause verwaltete der VfB seinen Vorsprung nur noch und ging damit ein unnötiges Risiko gegen die besser ins Spiel kommenden Gäste ein. VfB-Keeper Dirk Heinen rettete in der 58. Minute gleich zwei Mal in höchster Not; Marco Streller traf zunächst aus Abseitsposition und vergab dann die Chance zum erlösenden 3:0 (62.).

Elmar Dreher/DPA / DPA

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