Vermarktungsrechte DFL gibt Kirch den Laufpass


Schwarzer Dienstag für Leo Kirch, den Medienmogul a. D.: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wird die Kooperation mit Kirchs Sportrechteagentur Sirius schon zum 30. September aufkündigen, wie das "Handelsblatt" berichtet. Die DFL zieht damit die Konsequenz aus der Vermarktungskrise der Fußball-Fernsehrechte, die sich seit Monaten hinzieht.

Der Drei-Milliarden-Vertrag zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der Agentur Sirius steht vor dem Aus. Die Kooperation, die der DFL von der Saison 2009/2010 an im Schnitt 500 Millionen Euro für sechs Jahre garantierte, soll nach einem Bericht des "Handelsblatts" (Dienstag-Ausgabe) zum 30. September aufgekündigt werden. "Wir kommentieren das nicht", sagte DFL-Pressechef Christian Pfennig am Dienstag.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa wird die DFL die Zusammenarbeit mit Sirius nach der Klärung von Detailfragen möglichst schnell beenden und die Fernsehrechte in eigener Regie neu ausschreiben. Ein Erlös von 500 Millionen Euro pro Jahr gilt dabei als unwahrscheinlich. Derzeit nimmt der Dachverband aus dem Verkauf der Bundesliga-Rechte etwa 420 Millionen Euro ein.

Das Scheitern der Kooperation mit der Leo Kirch nahestehenden Agentur Sirius ist auf ein Veto des Kartellamtes zurückzuführen. Die Bonner Behörde hatte das vorgesehene DFL-Modell für die zentrale TV- Vermarktung abgelehnt, weil es nach ihrer Ansicht den Anforderungen einer angemessenen Verbraucher-Beteiligung nicht genügt. Die Wettbewerbshüter fordern auch in Zukunft eine zeitnahe "Highlight- Berichterstattung" im frei empfangbaren Fernsehen. Diese ist bis zum Saisonende durch die ARD-Sportschau vor 20.00 Uhr gewährleistet.

DFL und Sirius wollten die Gesamteinnahmen durch mehr Exklusivrechte für das Bezahlfernsehen (Pay-TV) erhöhen. Die Entscheidung des Kartellamtes hat diesen Überlegungen einen Riegel vorgeschoben. Die Tochterfirma des Münchner Medienunternehmers, dessen erste Zusammenarbeit mit der Fußball-Bundesliga 2002 mit der Kirch-Krise platzte, hat in den vergangenen Monaten laut "Handelsblatt" bereits einen "unteren zweistelligen Millionen-Euro- Betrag" in das Projekt investiert.

DPA/kbe


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