Wechsel nach Argentinien Wirbel um Matthäus-Manöver


Er will, er will nicht, er will doch - Lothar Matthäus sorgt weiterhin für Verwirrung. Nur wenige Stunden nach einem Dementi verkündet er, nun doch mit einer Traineranstellung in Argentinien zu liebäugeln. Fans des Clubs sind wenig begeistert.

Lothar Matthäus sorgt mit seinen Zukunftsplänen wieder einmal für Verwirrung. Nachdem der Racing Club aus Buenos Aires in der Zeitung "Olé" schon stolz die Verpflichtung des "deutschen Wunders" verkündet hatte, ging der Wirbel um den Fußball-Rekordnationalspieler in Deutschland erst richtig los. "Ich stehe seit zehn Tagen mit Racing in Vertragsverhandlungen, die schon sehr weit fortgeschritten sind", sagte Matthäus am Sonntagnachmittag via "Bunte.de". Stunden zuvor hatte noch sein klares Dementi die Runde gemacht.

Vereinschef Rodolfo Molina vom abstiegsbedrohten argentinischen Erstligisten schwärmte indes schon vom Weltenbummler. "Matthäus ist genau der Trainer, den Racing für einen Qualitätssprung braucht." Er wies jedoch Berichte der Zeitung "Clarin" zurück, wonach der Deutsche rund eine Million Dollar (667.000 Euro) pro Jahr verdienen werde und neben der Bereitstellung eines gepanzerten Autos einen persönlichen Dolmetscher und ein Zimmer in einem Luxushotel verlangt habe.

"Witz der Vereinsführung"

Matthäus macht ein Engagement bei dem Club auch von Gattin Liliana abhängig. Er wolle, dass seine 26 Jahre jüngere Ehefrau glücklich sei: "Wir gehen das sehr vorsichtig an". Und fügte gegenüber "Bild.de" hinzu: "Es ist eine reizvolle Aufgabe. Ich bin aber nicht euphorisch, weil ich nach dem Schnellschuss Brasilien weiß, dass ein Job mit dieser weiten Distanz nicht einfach ist." Bei Atletico Paranaense hatte Matthäus nur ein zweimonatiges Intermezzo gegeben. Seit diesem Sommer ist der Weltmeister von 1990 ohne Anstellung.

In Kreisen des sportlich wie finanziell kriselnden argentinischen Hauptstadt-Clubs, bei dem Coach Ricardo Caruso Lombardi am 9. Oktober zurückgetreten war, wurde der Name Matthäus derweil ungläubig aufgenommen. Auch Marco van Basten und Luiz Felipe Scolari waren als Kandidaten gehandelt worden. "Uns sind schon so viele Spitzenspieler und -trainer versprochen worden, die nie gekommen sind. Das ist wieder so ein Witz der Vereinsführung", sagte der langjährige Club-Anhänger Hugo Narvaez. Und: "Wenn Racing unter Matthäus auch nur drei Spiele nacheinander verliert, ist er wieder weg vom Fenster."

Überall nur kurz dabei

Während Matthäus als Aktiver zu den Weltbesten zählte, kann er als Trainer bisher nur wenige Erfolge vorweisen. Das einstige Mittelfeldass hat sich eher den Ruf als Weltenbummler mit kurzem Haltbarkeitsdatum erworben. Bei Rapid Wien arbeitete er acht Monate (2001), bei Partizan Belgrad knapp ein Jahr (2002), als Nationaltrainer Ungarns zwei Jahre (2004, 2005). Bei Atletico Paranaense war er besagte zwei Monate (2006) beschäftigt, und als Giovanni Trapattonis Co-Trainer bei Red Bull Salzburg (2007) sogar nur gut einen Monat. Zuletzt war Matthäus von Juli 2008 bis Juni 2009 bei Maccabi Netanja in Israel tätig. Als vor zwei Monaten Belgrader Medien seine Rückkehr zu Partizan als perfekt gemeldet hatten, war auch dies von Matthäus als "völlig aus der Luft gegriffen" bezeichnet worden.

Thomas Prüfer, Jens Marx/DPA DPA

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