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WM 2006: Kompromiss im Streit um Optionstickets

Im Streit um die Optionstickets haben DFB und Verbraucherschützer eine Einigung gefunden. Der Kompromiss nützt vor allem den Fans - sie können ihr Geld zurückbekommen.

"Wir haben dem Vergleich vor allem deshalb zugestimmt, weil wir in dieser Phase keine langwierigen Rechtsstreitigkeiten brauchen können, die vor allem im Ausland überhaupt nicht verstanden werden," sagte der Vizepräsident des Organisationskomitees beim DFB, Horst R. Schmidt. "Jetzt herrschen Ruhe und Klarheit." Die rund 61.000 Fans, die auf die Rückgabe von Eintrittskarten (Optionstickets) hofften, hätten weiter gute Chancen, ein Billett zu bekommen.

Verbraucherschützer und DFB hatten sich am Dienstag darauf verständigt, dass Besteller von Optionstickets ihre Bearbeitungsgebühr zurückerhalten, wenn sie mit ihrer Bestellung bis zum 15. April nicht zum Zuge kommen. Wer Spiele bestimmter Mannschaften sehen will und keine Karte bekommt, muss die Hälfte der ursprünglichen Servicegebühr bezahlen. Im Gegenzug wird es für vorausbestellte Tickets keine Verzinsung geben.

Probleme waren vorprogrammiert

Mit Optionstickets erwerben Fußball-Fans ein Anrecht auf zurückgegebene Eintrittskarten. Hierfür kassierte der DFB schon den Preis sowie fünf Euro Servicegebühr. Die zusätzliche Abgabe wollte der DFB behalten, auch wenn die Option nicht genutzt werden kann. Für die so genannten länderspezifischen Tickets sollten bis zu 50 Euro Gebühr fällig werden.

Probleme bei der Vergabe der Tickets seien programmiert gewesen, räumte Schmidt ein. "Wir haben nun einmal nur drei Millionen Karten, bräuchten aber gut und gerne 30 Millionen." Auch die Nachfrage aus dem europäischen Ausland sei weit höher als erwartet. "Da kommt derzeit nur eine einzige Botschaft: Wir brauchen mehr als die vorgesehenen acht Prozent der Karten, am besten die dreifache, fünffache oder gar zehnfache Menge."

Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hob den Nutzen der Einigung für die Fussball-Anhänger hervor. "Die Fans haben jetzt mehr Klarheit und bessere Rechte", sagte Verbandschefin Edda Müller. Mit dem Vergleich sei ein langwieriges Gerichtsverfahren vermieden worden.

Reuters / Reuters

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