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Paraguay - England: Blitzstart mit Eigentor

Nach drei Minuten war das Spiel für Paraguay gelaufen: Englands Kapitän David Beckham tat, was er am besten kann und versenkte einen Freistoß dank der gegnerischen Abwehr im Tor. Trotzdem enttäuschten die "Three Lions".

Mit einem wenig glanzvollen 1:0 Sieg gegen Paraguay ist England in die WM gestartet. Beim einzigen Treffer des Spiels profitierte die von Kapitän David Beckham angeführte Elf vor 48.000 Zuschauern in Frankfurt am Main von einem frühen Eigentor der Südamerikaner. Die mit Stars gespickte Elf von der Insel, die nach 40 Jahren den WM-Titel wieder ins Mutterland des Fußballs holen will, blieb aber über weite Strecken hinter den Erwartungen zurück.

In der 4. Minute verlängerte Paraguays Kapitän Carlos Gamarra einen Beckham-Freistoß unglücklich ins eigene Tor. Die mehr als 25.000 englischen Fans, unter ihnen auch Prinz William, waren aus dem Häuschen. Nur zwei Minuten später der nächste Schock für die Südamerikaner: Torhüter Justo Villar verletzte sich bei einer Rettungsaktion und musste ausgewechselt werden - der schnellste Torwartwechsel in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft.

Paraguay ohne Chance

Paraguay kam in der ersten Halbzeit kaum über die eigene Hälfte hinaus. Die wenigen Vorstöße von Bayern-Spieler Roque Santa Cruz und dem Bremer Nelson Valdez blieben im englischen Abwehr-Bollwerk stecken. Die Engländer verpassten es aber in dieser Phase, ihre Überlegenheit in Tore umzumünzen. Eine Schrecksekunde für die Engländer gab es in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, als Valdez sich gegen Steven Gerrard durchsetzte und nur ganz knapp am rechten Pfosten vorbeischoss.

Paraguay drehte nach der schwachen ersten Hälfte in der zweiten Halbzeit auf, verpasste aber ein um das andere Mal das gegnerische Tor. Immer wieder sorgte Valdez für Gefahr. Die Engländer taten nicht viel mehr als nötig, um das Ergebnis zu halten. Beckham gelang es nicht, das Ruder herumzureißen und seiner Mannschaft neues Leben einzuhauchen. Sehenswerte Einzelaktion wie ein 20-Meter-Hammer von Gerrard in der 73. Minute und einem tollen Distanzschuss von Frank Lampard blieben die Ausnahme. Das Spiel wurde immer zerfahrener.

In der 83. Minute kam der Bayern-Spieler Owen Hargreaves für Joe Cole und verstärkte die Defensive. Die englischen Fans zeigten sich in besserer Form als ihr Team. Immer wieder schwappte die La-Ola-Welle durchs Stadion und trieben die Schlachtrufe die Elf an. Der englische Trainer Sven-Göran Eriksson machte nach dem Spiel das Wetter für die durchwachsene Leistung seines Teams mitverantwortlich: "Ich muss sagen, das war ein heißer Tag heute, und das mag einiges erklären. Am wichtigsten sind die drei Punkte. Wir haben gewonnen, das ist gut. Ich hoffe, dass wir besser werden."

AP / AP

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