Eisschnelllauf Friesinger mit Blitzstart in die EM


Anni Friesinger hat mit einem Blitzstart ihre Titelambitionen bei den Eisschnelllauf-Europameisterschafen zementiert und steuert ihrem vierten EM-Gold entgegen.

Anni Friesinger hat mit einem Blitzstart ihre Titelambitionen bei den Eisschnelllauf-Europameisterschafen zementiert und steuert ihrem vierten EM-Gold entgegen. Die große Favoritin war zum Auftakt der Titelkämpfe in Heerenveen in 39,28 Sekunden klar die Schnellste über 500 m und nahm ihrer vermutlich härtesten Konkurrentin Renate Groenewold (Niederlande) mehr als eine Sekunde ab. 13 000 Zuschauer in der ausverkauften Thialf-Arena feierten die Inzellerin danach schon wie die neue Europameisterin.

Die Vorjahrsdritte Groenewold, die vor allem auf Grund gewachsener Leistungsstärke über 1500 m und 3000 m nach Ansicht von Friesinger ihre härteste Rivalin sein könnte, musste in 40,34 Sekunden mit Platz 6 zufrieden sein. "Anni ist klar die Nummer eins, daran werde ich nicht rütteln können. Aber um Platz zwei und drei werden Claudia Pechstein und ich kämpfen", meinte die Niederländerin.

Die viermalige Olympiasiegerin aus Berlin, die am ersten Tag der Titelkämpfe in niederländischen Zeitungen noch einmal alle Details des fast zwei Jahre zurück liegenden "Zickenkrieges" mit Anni Friesinger ausbreitete, kam in Saisonbestzeit von 40,08 Sekunden auf Platz drei und erneuerte damit ihre Medaillenambitionen. Ihre Spezialdistanzen über 3000 und 5000 m folgen an den kommenden Tagen. Das von ihrer Mutter mitgebrachte Glückschwein soll ihr aber helfen, wie in den zurückliegenden drei Jahren zumindest Platz zwei zu erkämpfen.

"Zickenduell" ist nicht beendet

Dass das "Zickenduell" noch immer schwelt, machen auch die Äußerungen von Anni Friesinger in der neuesten Nummer des Fachmagazins "Speed Skating World" deutlich. Darin gibt die 26- Jährige zu, dass sie sich jüngst über Claudia Pechstein mächtig geärgert habe, nachdem diese geäußert hatte, dass sie sich über eine Entschuldigung von Friesinger für das Auslösen der Konflikte gefreut hätte. "Warum kommt sie nicht und bespricht mit mir die Problematik, anstatt die Medien einzuschalten?", fragt Anni Friesinger.

Zudem äußerte die dreifache Weltmeisterin Unverständnis, was sie teilweise in der deutschen Presse über sich lesen müsse. "Ich bin manchmal richtig frustriert, wenn da steht, ich sei nur Zweite geworden. Als ob das nicht auch gut wäre. Das ist nicht hilfreich", beschwerte sich der deutsche Top-Star, der nun am Samstag über die Schokoladenstrecke von 1500 m und die 3000 m die Vorentscheidung im Titelkampf schaffen möchte, um am Sonntag gelassen in die 5000 m gehen zu können.

Bei den Herren kam ihr Bruder Jan über 500 m in persönlicher Bestzeit von 36,35 Sekunden auf einen hervorragenden dritten Platz und schuf sich damit eine gute Ausgangsposition zum Erreichen des Finales der besten 16 über 10 000 m. "Zum ersten Mal bei einer EM auf dem Treppchen, das motiviert natürlich für die 5000 m", freute sich Friesinger. EM-Debütant Tobias Schneider (Berlin) landete in 38,23 Sekunden auf Platz 18. Schnellster Sprinter war der Finne Mika Poutala (36,09) vor dem Mitfavoriten Mark Tuitert (Niederlande), der 36,18 Sekunden benötigte.


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