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Schlammschlacht auf dem Eis: Friesinger-Postma geht auf Pechstein los

Anni Friesinger-Postma hat in einem Zeitungsbeitrag gegen Claudia Pechstein gekeilt. Es sei ihre "eigene Schuld", dass sie im 3000-Meter-Rennen nur Vierte geworden sei. Außerdem spalte sie das Team.

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma hat ihre einstige Rivalin Claudia Pechstein nach deren viertem Platz über 3000 Meter in Sotschi scharf angegriffen. In einer am Montag veröffentlichten Kolumne für die "Welt" schrieb die nicht mehr aktive Inzellerin: "Vielleicht war es jetzt selbst für Claudia zu viel - aber wenn, dann hat sie das selbst zu verantworten, dann ist das ihre eigene Schuld."

Um die 41-Jährige herrsche große Unruhe. Dass ihr Freund Matthias Große vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eine Akkreditierung erhalten habe, sei Pechsteins erster Sieg schon vor dem Start gewesen. Die Akkreditierung habe bei vielen Athleten und deren Betreuern für Verwunderung und Unmut gesorgt. "All jene (im Team oder außerhalb des Teams), die nicht die Meinung von Claudia und ihrem Lebensgefährten teilen, haben schnell ein Problem", erklärte Friesinger-Postma.

Dem deutschen Verband warf sie vor, Pechstein gewähren zu lassen und sogar in Kauf zu nehmen, "dass junge und sensible Talente wie eine Stephanie Beckert eben an dieser forschen Art zerbrechen". Die Team-Olympiasiegerin von Vancouver konnte zuletzt nicht mehr an ihre einstigen Leistungen anknüpfen und war nur 17. über 3000 Meter. Die derzeit wenig rosige Perspektive sei weniger Beckerts Schuld. "Das liegt auch am Mobbing und an der engstirnigen Zusammenarbeit des eigenen Verbandes und seines Lieblingsschützlings", urteilte die Inzellerin.

Pechstein hat viele Rivalinnen

Verbandschef Gerd Heinze wollte die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen. Er könne das überhaupt nicht nachvollziehen. Friesinger-Postma solle sich auf ihre TV-Sendung "Cool Runnings" konzentrieren. "Mehr gibt es dazu nicht zu sagen", kommentierte Heinze knapp.

Pechstein reagierte sauer, verzichtete aber auf eine allzu heftige Retourkutsche. "Wer ist Anni Friesinger? Und in welchem Lauf ist sie hier gestartet?", kommentierte sie. "Ich konzentriere mich hier in Sotschi nur auf Olympia. Ich laufe nicht gegen Anni Friesinger, deswegen beschäftige ich mich mit solchen Vorwürfen überhaupt nicht."

Die Angegriffene hat sich in ihrer mittlweile über 20 Jahre dauernden Karriere immer wieder mit Konkurrentinnen angelegt. Legendär ist der öffentlich ausgetragene "Zickenkrieg" zwischen Pechstein und Friesinger-Postma, der sich über Jahre hinzog. Im vergangenen Jahr eskalierte außerdem ein Streit mit Stephanie Beckert, die sich schließlich weigerte, mit Pechstein bei der WM in Sotschi im Teamwettbewerb anzutreten.

tis/DPA / DPA

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