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Doping-Fall bei Olympia 2014: Kein Hinweis auf Vorsatz bei Sachenbacher-Stehle

Hat Evi Sachenbacher-Stehle aus Versehen gedopt? Die Staatsanwaltschaft hat nach einer Razzia in Ruhpolding jedenfalls keinen Hinweis auf Vorsatz.

In der Doping-Affäre um Evi Sachenbacher-Stehle hat die Münchner Staatsanwaltschaft am Stützpunkt Ruhpolding nach eigenen Angaben keine Nahrungsergänzungsmittel gefunden. "Wir haben drei Objekte durchsucht. Zum einen den Olympia-Stützpunkt in Ruhpolding und zwei weitere Objekte. In einem der Objekte, aber nicht im Stützpunkt Ruhpolding, haben wir Nahrungsergänzungsmittel gefunden", sagte Staatsanwalt Peter Preuß am Dienstag. Er betonte, dass gegen "Unbekannt und nicht gegen Frau Sachenbacher-Stehle ermittelt" werde.

Experte fordert personelle Konsequenzen

Während die Staatsanwaltschaft München bisher erfolglos Ermittlungen gegen Unbekannt anstellt und es bei Sachenbacher-Stehle keine Anhaltspunkte auf vorsätzliches Doping gibt, wird die Kritik am Vorgehen des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) dennoch laut. Der renommierte deutsche Dopingforscher Perikles Simon attackierte den DOSB wegen dessen Umgangs mit der Dopingaffäre scharf. "Die Reaktion der Verbandsfunktionäre ist respektlos. Schließlich hat die Verbandsspitze auch eine Vorbildfunktion. Wenn dann ein ganz klarer Dopingfall vorliegt, sollte man eher personelle Konsequenzen erwarten", sagte der Professor dem Nachrichtenportal "T-Online.de". "Besonders gegenüber den ungedopten Sportlern und dem Nachwuchs ist es eine große Verantwortungslosigkeit und Respektlosigkeit, wenn die Funktionäre so einen Dopingfall bagatellisieren und Fehlinformationen streuen", sagte Simon.

Keine unerfahrene Nachwuchsathletin

Nach Ansicht des Molekularbiologen wolle der DOSB möglichst schnell zur Tagesordnung übergehen. "Wir reden hier von Olympischen Spielen und nicht von irgendwelchen Vorausscheidungen und auch nicht von einer unerfahrenen Nachwuchsathletin. Und trotzdem steckt man diesen Fall weg wie nichts und spricht gar im gleichen Atemzug vom funktionierenden System der Dopingbekämpfung", sagte Simon.

Sachenbacher-Stehle war in Sotschi positiv auf das Stimulanzmittel Methylhexanamin getestet worden. Die positive Probe könnte auf Nahrungsergänzungsmittel zurückzuführen sein. An eine absichtliche Einnahme des Mittels glaubt Simon nicht, er zweifelt jedoch die bisherigen Erklärungsversuche an. "Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass da eine Athletin und ihr kompletter Stab so unvorsichtig waren, inklusive der Verbandstrainer und Funktionäre."

Sachenbacher-Stehle war vergangene Woche sowohl in der A- als auch in der B-Probe positiv getestet worden. Der DOSB hatte die Athletin aus dem Olympia-Team ausgeschlossen und ihre sofortige Rückreise veranlasst. Die zweimalige Langlauf- Olympiasiegerin bestreitet bewusstes oder vorsätzliches Doping.

fme/DPA / DPA

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