HOME

Stern Logo Olympia 2014

Dopingfall Evi Sachenbacher-Stehle: Eine Karriere unter Verdacht

Dopen - das taten doch nur die anderen. Doch mit dem Fall Evi-Sachenbacher Stehle scheint der Deutsche Skiverband in der düsteren Realität des Biathlon-Sports angekommen.

Von Christian Ewers, Sotschi

Es war nur eine kleine Meldung, die der Deutsche Ski-Verband (DSV) am Donnerstagabend herausgab: Evi Sachenbacher-Stehle, die beste deutsche Biathletin bei den Winterspielen in Sotschi, wird aus dem Aufgebot für die Staffel gestrichen. Eine überraschende, eine irritierende Meldung – mehr aber nicht.

In der Rückschau wird aus dieser Meldung ein erstes Indiz für einen der prominentesten deutschen Dopingfälle der vergangenen Jahre. Auf Evi Sachenbacher-Stehle, 33, verzichtete der Ski-Verband kaum, weil sie geschont werden sollte, wie Cheftrainer Uwe Müssiggang mitgeteilt hatte. Die Gründe wiegen wesentlich schwerer: Evi Sachenbacher-Stehle ist bei den Olympischen Winterspielen positiv auf das verbotene Stimulanzmittel Methylhexanamin getestet worden. Die Athletin selbst hat das mittlerweile bestätigt. Sie hat ab sofort ihre Startberechtigung verloren, sie ist nicht mehr Mitglied des deutschen Olympiateams.

Biathlon - so verseucht wie keine andere Winterdisziplin

Evi Sachenbacher-Stehle kam vor zwei Jahren als Quereinsteigerin zum Biathlon. Ihre größten Erfolge hat sie als Langläuferin erzielt. 2002, bei den Winterspielen in Salt Lake City, gewann sie Gold in der Staffel, 2010 in Vancouver wurde sie Olympiasiegerin im Teamsprint.

Mit dem Doping-Fall Sachenbacher-Stehle ist der DSV in der düsteren Realität des Biathlon-Sports angekommen. Eines Sports, der verseucht ist, wie kaum eine andere Winterdisziplin. Keine Saison, in der nicht mehrere Betrüger auffliegen; der Reiz, im telegenen und üppig gesponserten Biathlon zu manipulieren, ist groß. Bislang galt Doping in der hiesigen Biathlon-Szene nur als ein Problem der anderen. Dopen, das taten Russen, Finnen oder Österreicher. Aber nicht die aufrechten Buben und Mädels aus Bayern und dem Thüringer Wald. Alles faire Sportsleute. Und so erfolgreich. Weltmeistertitel und olympisches Gold schienen bloß nur noch vererbt zu werden unter den Deutschen; sie waren mehr als ein Jahrzehnt lang die dominierende Nation im Biathlon.

Nur ein Lapsus? Eine Schusseligkeit?

Und jetzt Evi Sachenbacher-Stehle aus Traunstein im Chiemgau. Jene Athletin, die schon bei den Winterspielen 2006 in Turin mit anomalen Blutwerten auffiel und mit einer sogenannten Schutzsperre belegt wurde. Sie schwor damals unter Tränen, dass sie sich nichts habe zu Schulden kommen lassen. Und der Verband stellte sich vor seine Athletin. Er klagte beim Internationalen Sportgerichtshof CAS auf Anerkennung einer Blutanomalie und verlor.

Auch jetzt bekommt Sachenbacher-Stehle wieder Flankenschutz vom Verband. Chefcoach Müssiggang glaubt, dass ein Nahrungsergänzungsmittel die Ursache für die positive A-Probe im deutschen Olympia-Team ist. "Es soll sich um ein Nahrungsergänzungsmittel handeln, das keinerlei leistungsfördernde Wirkung hat", sagte Müssiggang am Freitag. "Wir weisen die Mädels immer wieder darauf hin, dass sie so etwas nicht nehmen sollen. Was mich so ärgert, ist die Dummheit."

Der Dopingfall Sachenbacher-Stehle nur ein Lapsus? Eine Schusseligkeit?

Wenn dem nicht so sein sollte, wenn Sachenbacher-Stehle gezielt und planvoll manipuliert hat, muss ihre gesamte Karriere neu bewertet werden. Alle Titel, alle Triumphe wären von nun an anzuzweifeln – und das aus guten Gründen.

Gerade Sachenbacher-Stehle hätte sensibilisiert sein müssen im Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln. Sie stand schon in Turin 2006 unter Verdacht; sie weiß, wie hart und eindeutig die Anti-Doping-Regeln sind. Ein Profisportler muss größte Vorsicht walten lassen, mit dem, was er an Nahrung und an stärkenden Präparaten zu sich nimmt – diese Achtsamkeit gehört zum Profileben dazu wie Training, Massagen oder das Packen der Sporttasche.

Methylhexanamin ist eine Stimulanz, die manchen Nahrungsergänzungsmitteln verbotenerweise zugesetzt wird, so zum Beispiel bestimmten Fettburnern. Laut Institut für Biochemie in Köln wird Methylhexanamin als Stoff beworben, der eine „Verbesserung der Sauerstoffkapazität bei harten Bedingungen“ bewirkt.

Evi Sachenbacher ist 33 Jahre alt. Wusste sie wirklich nicht, was sie zu sich nimmt? Kann einer erfahrenen Athletin solch ein Leichtsinnsfehler passieren?

Deutscher Sport aus seiner Komfortzone gerissen

Positive Dopingbefunde werden oftmals als Siege der Doping-Jäger gefeiert. Als Beweis für die Wirksamkeit des Kontrollsystems. Diese Deutung unterschlägt jedoch, dass die Kontrollen offensichtlich keine genügend große Abschreckung verbreiten. Und dass es Wege gibt, durchs Netz zu rutschen. Dass sich Doping also noch immer lohnt unter Abwägung aller Chancen und Risiken.

Es wäre unfair und illegetim, nach dem Dopingfall Sachenbacher-Stehle nun alle deutschen Olympioniken unter Generalverdacht zu stellen. Bislang gibt es keinen Hinweis auf ein flächendeckendes und systemisches Problem. Und doch wird der deutsche Sport aus seiner Komfortzone gerissen: Er wird in Zukunft noch mehr dafür tun und investieren müssen, um seine Athleten zu überwachen.

Doping ist selten das Vergehen eines Einzelnen; es braucht Unterstützer, Ärzte, Apotheker, es braucht eine entsprechende Logistik: Apparaturen, Kuriere, die die Athleten mit den Substanzen beliefern; es braucht diskrete Wege, wie Medikamentenverpackungen entsorgt werden können, Spuren müssen verwischt werden – das schafft kein Einzelkämpfer, das schafft nur ein Team. Zu besichtigen war all dies zuletzt im Radsport, bei den Enthüllungen um das damalige Team T-Mobile. Es war das Ende vom Mythos des sündigen Einzeltäters.

Akte darf nicht geschlossen werden

Im Fall Sachenbacher-Stehle muss nun das Netz von Kollaborateuren ermittelt werden, sollte es sich eben nicht nur um eine einmalige Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels handeln, das für den positiven Dopingtest sorgte. Das ist die Aufgabe von Staatsanwälten, und das ist auch die Aufgabe des deutschen Sports. Die Akte darf nicht geschlossen werden an jenem Tag, an dem Evi Sachenbacher-Stehle von einem Sportgericht gesperrt wird.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(