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Dopingfall Sachenbacher-Stehle: Skiverband verspricht akribische Aufklärung

Der Deutsche Skiverband will die Affäre Evi Sachenbacher-Stehle akribisch aufarbeiten. Der Verdacht auf ein Nahrungsergänzungsmittel erhärtet sich. Es liegt wohl kein systematisches Doping vor.

Nach der Doping-Disqualifikation von Evi Sachenbacher-Stehle bei den Olympischen Winterspielen will der Deutsche Skiverband (DSV) die Affäre mit der nötigen Gründlichkeit aufarbeiten. "Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzten und in Ruhe besprechen, wie es mit ihr weitergeht", sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach am Samstag in Krasnaja Poljana. "Das wird sicherlich eine gewisse Zeit dauern. Die Hauptaufklärungsarbeit muss die Evi leisten."

Seinen Angaben zufolge ist Sachenbacher-Stehle nach ihrem Olympia-Aus wieder zu Hause angekommen. "Sie wird von ihrem Mann und Manager soweit betreut. Sie hat sich auch einen Rechtsbeistand genommen", sagte Schwarzbach.

Man werde Sachenbacher-Stehle als Verband soweit es ginge unterstützen. Das zeige sich auch daran, dass man bereits mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeite. Die Durchsuchung des Stützpunkts in Ruhpolding sei in solch einem Fall ein nicht unübliches Vorgehen. "Wir, beziehungsweise der Stützpunktleiter in Ruhpolding, war entsprechend kooperativ. Es lief alles geregelt, ganz ruhig und freundlich ab", sagte Schwarzbach.

"Persönliche Verfehlung"

Über eine Sperre von Evi Sachenbacher-Stehle entscheidet der Biathlon-Weltverband (IBU). "Aber letztendlich ist nicht nur das Strafmaß der IBU entscheidend, sondern auch die Untersuchungsergebnisse von LKA, von WADA und von allen anderen Behörden, die sich mit dem Fall beschäftigen", erklärte Schwarzbach.

Zwar erhärte sich immer mehr der Verdacht, dass es sich tatsächlich um verunreinigte Nahrungsmittel handele und wohl "kein bewusstes und schon gar kein systematisches Doping" vorliege. Man könne man "eine persönliche Verfehlung, für die sie jetzt einfach geradestehen muss", aber nicht wegdiskutieren.

In den nächsten Tagen soll geklärt werden, woher der Wirkstoff kam und wie er in ihren Körper gelangt ist. Beantwortet werden sollten auch die Fragen, ob und welche verunreinigten Nahrungsmittel die Ursache waren, von wem Sachenbacher-Stehle sie erhalten habe und ob sie getestet worden seien.

Abmahnung oder zwei Jahre Sperre?

Womöglich muss Evi Sachenbacher-Stehle nach ihrer Doping-Disqualifikation mit einer Sperre von bis zu zwei Jahren rechnen. Allerdings könnte die 33-Jährige nach dem Regelwerk des Biathlon-Weltverbandes IBU auch mit einer Abmahnung davonkommen. Falls die IBU bei der Bewertung der Doping-Affäre zu der Überzeugung kommen sollte, dass Sachenbacher-Stehle nicht beabsichtigt hat, ihre sportliche Leistung zu steigern oder die Anwendung eines leistungssteigernden Mittels zu maskieren, dann könnte es, da es der erste Verstoß ist, eine Abmahnung und keine Sperre für künftige Veranstaltungen geben.

kng/DPA / DPA

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