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Die Olympia-Nacht: Claudia Pechstein größte Medaillenhoffnung - Axel Jungk enttäuscht im Skeleton

Hier finden Sie alles zur Olympia-Nacht: die Entscheidungen, die deutschen Erfolge und was noch passierte.

Claudia Pechstein trägt die deutschen Medaillenhoffnungen am Freitag

46 Jahre alt und immer noch hungrig auf Medaillen: Claudia Pechstein will es über 5000 Meter nochmal wissen.

DPA

Was in der Nacht passiert ist, und was der Tag uns bringt - der Überblick:

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So lief es für die deutschen Athleten

Um es kurz zu sagen: Für das bisher so erfolgreiche Team D war an diesem Freitag noch nichts zu holen. Enttäuschend war vor allem das Abschneiden von Vize-Weltmeister Axel Jungk im Skeleton. Der 26-Jährige wurde mit der Eisrinne von Pyeongchang - anders als seine Mannschaftskollegen vom Rodelfach - überhaupt nicht warm. Platz sieben ist eine echte Enttäuschung. Alle vier Läufe war mehr oder weniger verkorkst, so dass letztlich nur der siebte Platz blieb. Damit kann Jungk nicht zufrieden sein.

Dagegen ist der achte Platz von Andreas Sander aus Ennepetal im Super-G eine respektable Platzierung. 0,59 Sekunden fehlten letztlich zu Bronze. Auch Thomas Dreßen aus Mittenwald, der sich in der Abfahrt eine Medaille ausgerechnet hatte, aber Fünfter wurde, hatte mit der Medaillenvergabe nichts zu tun. Er fuhr an der Ideallinie vorbei und wurde Zwölfter. Josef Ferstl aus Hammer erwischte einen rabenschwarzen Tag und landete unter "ferner liefen".

Noch schlechter lief es für die alpinen Damen im Slalom. Maria Wallner kam als einzige Deutsche ins Ziel - auf einem 19. Platz. Christina Geiger aus Oberstdorf und Lena Dürr aus Germering kamen nicht durch, Dürrs Olympiaauftritt war schon nach wenigen Toren beendet.

Der 18-jährigen Jana Fischer erging es im Snowboardcross nicht viel besser. Sie hatte mit der schwierigen Strecke Probleme und stürzte im zweiten Qualifikationslauf. Am umstrittenen Olympia-Kurs lag das aber nicht. Der war nach einem schweren Sturz bei den Herren für die Frauen-Konkurrenz entschäft worden.

Die Entscheidungen

Wie gesagt: die Deutschen blieben diesmal außen vor. Im Frauen-Slalom gab es eine faustdicke Überraschung weil die als unschlagbar geltende Mikaela Shiffrin ohne Medaille blieb. Gold holte die Schwedin Frida Hansdotter vor der Schweizerin Wendy Holdener und Katharina Gallhuber aus Österreich. Sogar Gold für Österreich gab es im Super-G der Männer. Matthias Meyer siegte etwas überraschend vor Beat Feuz aus der Schweiz und dem Norweger Kjetil Jansrud. Abfahrts-Olympiasieger Axsel Lund Svindal, der als Mit-Favorit ins Rennen gegangen war, ging leer aus.

Im für die Deutschen so enttäuschenden Skeleton raste Sungbin Yun zur zweiten Goldmedaille für das Gastgeberland durch die Eisrinne. Der Südkoreaner siegte vor Nikita Tregubov (Olympischer Athlet aus Russland) und dem Briten Dominic Edward Parsons.

Gold für Italien holte Michaela Moioli im Snowboardcross. Sie ließ die Französin Julia Pereira und Eva Samková aus der Tschechischen Republik hinter sich. Top-Favoritin Lindsey Jacobellis aus den USA musste mit Blech-Platz 4 zufrieden sein - eine Überraschung.

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Flop der Nacht

Der Norovirus geht um: Angeblich soll auch US-Girl Michaela Shiffrin betroffen sein, was ihre Niederlage im Slalom erklären könnte. Bestätigt ist aber nichts. Super-G-Bronzegewinner Kjetil Jansrud hatte dazu etwas zu sagen: "Das ist neu für mich. Ich habe sie gestern umarmt, also bin ich dann wohl der Nächste." Ähnlich gelassen sieht die Angelegenheit das IOC: "Das ist im Wintersport nicht ungewöhnlich", sagte Sprecher Mark Adams. Bisher ist nur die Erkrankung der beiden Schweizer Slopestyler Fabian Bösch und Elias Ambühl verbrieft. Beiden geht es schon wieder besser und sie absolvierten - zwar mit wackeligen Beinen und flauem Magen - sogar schon wieder eine Trainingseinheit. Bösch, der eigentlich Gold-Favorit ist, will seine Olympia-Chance nicht einfach liegen lassen.

Was heute noch ansteht

Aus deutscher Sicht ruhen die Medaillenhoffnungen auf Claudia Pechstein. Die 46-Jährige geht nach den Doping-Querelen um 12 Uhr auf ihre Paradestrecke, den 5000 Metern. Dreimal holte die "Eisschnelllauf-Oma" auf dieser Distanz schon olympisches Gold. Dass sie das in ihrem hohen Alter noch einmal schafft, ist kaum anzunehmen. Trotzdem ist sie gut in Form und traut sich eine Medaille zu.

Für die deutschen Ski-Adler geht es heute noch nicht um Edelmetall, doch in der Qualifikation (ab 13.35 Uhr) von der Großschanze darum, sich einzuspringen und ins Finale vorzudringen, das am Samstag stattfindet. Das deutsche Eishockey-Team trifft um 13.10 Uhr auf die Eishockey-Großmacht Schweden. Die Tre Kronors dürften üblicherweise eine Nummer zu groß sein. Die Langläufer sind auf der 15-Kilometer-Strecke unterwegs - ohne große Aussichten für deutsche Teilnehmer. Am Mittag gehen auch die Freestyle-Frauen auf die Sprungschanze.

dho mit / DPA

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