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Vor WM-Spiel gegen Japan DFB-Spieler laut Flick "geschockt" von "One Love"-Verbot – Müller zurück, Sané fällt aus

DFB-Trainer Hansi Flick sorgt sich nicht nur wegen des Verbotes der "One Love"-Binde, sondern auch wegen des Ausfalls von Leroy Sané
DFB-Trainer Hansi Flick sorgt sich nicht nur wegen des Verbotes der "One Love"-Binde, sondern auch wegen des Ausfalls von Leroy Sané
© Ina Fassbender / AFP
Auf der Pressekonferenz vor dem WM-Auftaktspiel hat Bundestrainer Hansi Flick sich sportlich kaum in die Karten schauen lassen. Umso deutlicher schildert er die Reaktion der Spieler wegen "One Love".

Die deutschen Fußball-Nationalspieler haben laut Hansi Flick "sehr, sehr unzufrieden" und "geschockt" auf das Fifa-Verbot der "One Love"-Kapitänsbinde reagiert. "Weil es ein Zeichen ist für Menschenrechte, für Vielfalt, das sind die Werte, die wir vertreten und leben", sagte der Bundestrainer am Dienstag im WM-Medienzentrum in Al-Rajjan. "Ich finde es schade, dass man für Menschenrechte nicht mehr gerade stehen darf."

Der Weltverband Fifa hatte am Montag sieben europäischen Nationen das Tragen der mehrfarbigen Binde während der WM untersagt und mit sportlichen Sanktionen gedroht. DFB-Kapitän ist Torwart Manuel Neuer. "Wenn es eine Gelbe Karte ist, ist alles okay. Dann ist Jo Kimmich Kapitän, Thomas Müller für das dritte Spiel. Das wäre gar kein Problem gewesen", sagte Flick. Die Fifa hatte aber die genaue Art der Sanktion offen gelassen. 

Kimmich wundert Entscheidung wegen "One Love"

"Die Verbände haben gesagt, wir wollen die Spieler da nicht reinjagen, wir nehmen den Druck raus, was auch vernünftig ist", sagte Flick. Eine persönliche Aktion plane er für sich nicht. Das bringe nichts, sagte Flick, weil es die gemeinsame Entscheidung der Verbände gewesen sei. Dann "sollte man auch gemeinsam zu den Entscheidungen stehen", äußerte der Bundestrainer.

Führungsspieler Kimmich sagte, er sei über die Entscheidung "verwundert" gewesen. Auch, weil die Binde vor einem Monat auch kritisch beäugt und "madig geredet" worden sei. "Jetzt habe ich das Gefühl es ist doch ein starkes Zeichen für alle Menschen. Ich glaube, generell ist es so, dass wir immer wieder die Missstände angesprochen haben." Der Fokus sollte auch auf den Sport gelenkt werden.

Flick verrät nicht viel vor Spiel gegen Japan

Flick hat sich vor dem bedeutenden ersten deutschen WM-Spiel gegen Japan kaum in die Personalkarten schauen lassen. "Im Tor wird Manuel Neuer spielen, und Jo Kimmich ist hier", von daher gehe er davon aus, dass auch der Mittelfeldspieler in der Startelf stehe, sagte Flick einen Tag vor der Partie am Mittwoch (14.00 Uhr/ARD und MagentaTV). WM-Routinier Thomas Müller ist nach dessen längerer Wettkampfpause "auf jeden Fall wirklich eine Option", sagte Flick. "Das kann ich bestätigen." Der 33-Jährige vom FC Bayern habe auch im Abschlusstraining "seine Sache gut gemacht", ergänzte der Bundestrainer. "Wir waren zufrieden. Es ist so, dass wir eine Option mehr haben durch Thomas Müller.

Dagegen bedauert Flick den Ausfall von Offensivspieler Leroy Sané für das deutsche WM-Auftaktspiel gegen Japan am Mittwoch sehr. Es bestehe aber die "Hoffnung", dass der 26-Jährige vom FC Bayern am kommenden Sonntag im zweiten Spiel gegen Spanien dabei sein könne, sagte Flick am Dienstagabend im Medienzentrum der Endrunde in Al-Rajjan. Am Mittwoch (14.00 Uhr/ARD und MagentaTV) fehlt Sané wegen Problemen am rechten Knie.

"Es ist bitter, dass wir auf Leroy verzichten müssen", sagte Flick. "Er ist ein Unterschiedsspieler, er kann ein Spiel alleine drehen." An der Rückkehr des Offensivspielers arbeite "das ganze Team.

tkr DPA

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