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WM-Qualifikation: "Maestro" Trapattoni fordert den Weltmeister

In der WM-Qualifikation kommt es in Italien zu einem brisanten Duell: Giovanni Trapattoni trifft mit Irland in Bari auf seine Landsmänner um Trainer Marcello Lippi. Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2004 schied Trapattoni als Nationaltrainer aus und wurde ausgerechnet durch Lippi ersetzt, der die Mannschaft 2006 zum Weltmeister machte.

"Bentornato Trap - Welcome back": Mit einer Mischung aus Wiedersehensfreude, Respekt und sogar ein wenig Furcht fiebert Fußball-Weltmeister Italien dem brisanten WM-Qualifikationsspiel gegen Giovanni Trapattonis Iren entgegen. "Ich bin sicher, dass er uns immer noch böse überraschen kann", fürchtet "Azzurri"-Coach Marcello Lippi am Mittwoch in Bari einen üblen Aprilscherz des erfahrenen "Maestro". Dessen Iren sitzen Favorit Italien vor dem vorentscheidenden Duell mit nur zwei Punkten Rückstand im Nacken.

Trotz des Rückschlags zu Hause gegen Bulgarien (1:1) wittert Irland seine Chance. "Wir können in Bari gewinnen", glaubt "Trap". Sein Team soll selbstbewusst auflaufen, betont der frühere Bayern- Coach, er selbst aber hat durchaus Kribbeln im Bauch: "Ich werde aber nur bei der Nationalhymne Emotionen zeigen." Sein Co-Trainer Marco Tardelli gab sogar zu: "Ich werde die italienische Hymne leise mitsummen." Spätestens aber nach dem letzten Takt der Hymne wird Trapattoni zum erbitterten Gegner der Italiener, den Lippi dennoch hoch schätzt: "Er war das Vorbild unserer Generation und mit seinen 70 Jahren hat er immer noch den Enthusiasmus eines kleinen Jungen."

Triumph über Italien große Genugtuung

Kein Gegner kennt die "Azzurri" besser als Trap. Und kein Trainer könnte motivierter sein: Ein Triumph über Italien wäre für Trapattoni die größte Genugtuung. Schließlich war er als Coach der "Squadra Azzurra" bei der WM 2002 im Achtelfinale und bei der EM 2004 sogar schon in den Gruppenspielen gescheitert und danach ausgerechnet von Lippi abgelöst worden. Der führte Italien dann 2006 in Deutschland zum WM-Titel und erfüllte sich damit das, was eigentlich Trapattonis Lebenstraum war.

"Ich glaube aber nicht, dass er mir oder Italien gegenüber Rache-Gefühle hegt", betonte Lippi, der Trapattoni auch schon 1994 bei Juventus Turin im Amt gefolgt war. Lippi achtet Trapattoni und verteidigte ihn sogar gegen Kritiker, die dem Italiener wegen seines Engagements in Irland Verrat an der "Squadra Azzurra" vorwarfen: "Trapattoni hat niemanden verraten", meinte Lippi. Vielmehr solle man stolz sein, dass italienische Trainer im Ausland so gefragt seien.

Italien ohne Top-Stürmer Toni und Gilardino

8000 mitgereiste irische Fans werden Trapattoni bei seinem "Heim- Gastspiel" in Bari den Rücken stärken. Ob Lippi von den Süditalienern genauso unterstützt werden wird, ist fraglich. Denn die Fans in Bari nehmen ihm übel, dass er den Lokalhelden Antonio Cassano wieder nicht nominiert hat. Und das, obwohl Bayern Münchens Starspieler Luca Toni und Alberto Gilardino, also gleich zwei Stammstürmer, ausfallen.

Berhard Krieger/DPA / DPA

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