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Managerin bestätigt: Ärzte holen Schumacher aus Koma zurück

Bisher waren es Gerüchte, doch die erweisen sich als wahr: Michael Schumacher soll langsam aus dem künstlichen Koma erwachen. Der Prozess kann sehr lange dauern.

Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher wird aus dem künstlichen Koma geholt. "Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann", teilte seine Managerin Sabine Kehm am Donnerstag in einem schriftlichen Statement mit. Ursprünglich sei geplant gewesen, dies erst bekanntzugeben, "wenn sich dieser Prozess konsolidiert hat", so Kehm. Über "Zwischenschritte" bei diesem Prozess "werden wir keine Auskunft geben".

Unklar ist, ob Schumi, wie in Medien berichtet wird, "positiv" auf das Aufwachen reagiert und sogar "geblinzelt" hat. Es kursieren derzeit viele Gerüchte.

Die Gerüchte überschlugen sich

Vermutlich sah sich Kehm gezwungen, nach den jüngst aufgekommenen Spekulationen Klartext zu sprechen. Zunächst hatten französische Medien, allen voran die Zeitschrift "L'Équipe", gemeldet, die Ärzte ließen Schumi langsam aufwachen. Die Nachricht verbreitete sich auch schnell in Deutschland. Am Mittwoch hatte Kehm aber noch jeden Kommentar abgelehnt.

Der Französische Sender "BFMTV" hatte am Mittwoch Schumachers Neurochirurgen Professor Stéphan Chabardes mit der Aussage zitiert, der Patient befinde sich in der Aufwachphase. Dass sich die behandelnden Mediziner des Formel-1-Rekordweltmeisters überhaupt zu seinem Zustand äußern, ist gegen die Regel des Krankenhauses. Laut "Bild"-Zeitung verschickte die Klinik erneut eine Schweigeverordnung an ihre Mitarbeiter.

Schumacher liegt seit dem 29. Dezember mit einem schweren Schädel-Hirn-Traum im Krankenhaus von Grenoble. Seit dem 17. Januar hatte es keinen neuen offiziellen Informationen zu seinem Gesundheitszustand gegeben. Der wurde damals als stabil bezeichnet, die Ärzte würden ihn aber weiter als kritisch ansehen. Schumachers Familie pocht auf die Wahrung ihrer Intimsphäre. Öffentliche Prognosen zu Schumachers Zustand und möglichen Folgen hatten die Ärzte daher vom ersten Tag an abgelehnt.

Prognosen nicht möglich

Schumachers Familie bat auch jetzt in der Aufwachphase des Formel-1-Rekordweltmeisters noch einmal eindringlich um "Respekt für ihre Privatsphäre". Zudem rief Kehm in ihrer Stellungnahme dazu auf, das Arztgeheimnis zu respektieren und bat darum, "die behandelnden Ärzte nicht in ihrer eigentlichen Arbeit zu stören".

Generell können medizinische Prognosen bei einem Schädel-Hirn-Trauma und anschließendem künstlichen Koma sehr unterschiedlich ausfallen. "Ärzte setzen einen Patienten nur dann drei oder vier Wochen in künstliches Koma, wenn die Situation des Gehirns sehr ernst ist", erklärte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI), Andreas Ferbert. Ein tiefes künstliches Koma über vier Wochen aufrecht zu erhalten, sei daher eher unüblich.

anb/DPA/AFP / DPA

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