Schwimmen Franzi verabschiedet sich mit Bronze


Mit Silber für die Männer und Bronze für die Frauen haben die Lagen-Staffeln den deutschen Schwimmern nach vielen Enttäuschungen einen versöhnlichen Olympia-Abschluss beschert. Beide schwammen Europarekord.

Mit Silber für die Männer und Bronze für die Frauen haben die Lagen-Staffeln den deutschen Schwimmern nach vielen Enttäuschungen einen versöhnlichen Olympia-Abschluss beschert. Steffen Driesen, Jens Kruppa, Thomas Rupprath und Lars Conrad schwammen dabei in 3:33,62 Minuten über 4 x 100 m Lagen ebenso Europarekord wie Antje Buschschulte, Sarah Poewe, Franziska van Almsick und Daniela Götz (4:00,72). Olympia-Gold ging jeweils mit Weltrekord in 3:30,68 Minuten an die US-Boys und die Australierinnen (3:57,32). "Franzi" verabschiedete sich mit ihrer zehnten olympischen Medaille. Der Amerikaner Aaron Peirsol schwamm als Startschwimmer der erfolgreichen US-Lagenstaffel in 53,45 Sekunden Weltrekord über 100 m Rücken.

Mit einer Silber- und vier Bronze-Medaillen konnte das mit großen Ambitionen angetretene Team des deutschen Schwimm-Verbandes die hohen Erwartungen in Athen nicht erfüllen, Sydney 2000 mit drei Mal Bronze aber übertreffen. «Schwimm-König» von Athen wurde US-Boy Michael Phelps mit sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen. Zum sechsten Gold am Schlusstag mit der Lagenstaffel reichte ihm allerdings die Teilnahme am Vorlauf, seinen Finalplatz überließ der 19-Jährige seinem Kollegen Ian Crocker. Die Amerikaner waren wie schon in Sydney mit 12 Mal Gold die überragende Schwimm-Nation vor Australien (7). Es gab acht Welt- und fünf Europarekorde sowie drei deutsche Bestmarken.

Die deutschen Frauen verbesserten ihren Europarekord über 4 x 100 m Lagen von Berlin 2002 (4:01,54) deutlich. «Ich bin total glücklich, jetzt können wir auf dem Zimmer feiern», sagte Antje Buschschulte, mit drei Mal Bronze erfolgreichste deutsche Schwimmerin in Athen. «Ich bin ganz froh, dass es nach elf Starts endlich vorbei ist, mein Kopf ist leer.» Für Sarah Poewe war es «einfach super, ein Klasserennen. Jetzt wird weiter gearbeitet die nächsten vier Jahre.» Daniela Götz, mit 16 Jahren das «Küken» im Team, «fand es ganz gut, die Zeit war auch okay».

Die Männer verbesserten den seit 2000 von Russland gehaltenen Europarekord (3:34,72) ebenfalls deutlich. «Wir wollten von Anfang an Silber», sagte Bundestrainer Manfred Thiesmann, «die Jungs sind sensationelle Zeiten geschwommen.»

Die Niederländerin Inge de Bruijn schwamm nach drei Mal Gold vor vier Jahren in Sydney souverän zum Olympiasieg über 50 m Freistil. Drei Tage vor ihrem 31. Geburtstag ließ die Weltrekordlerin in 24,58 Sekunden Malia Metella aus Frankreich (24,89) und der Australierin Lisbeth Lenton (24,91) keine Chance. «Es ist ein großartiges Gefühl, meine achte olympische Medaille und Gold am letzten Tag. Was für ein Höhepunkt. Es ist einfach unglaublich, ich finde keine Worte», sagte die Niederländerin, «das wühlt mich emotional total auf.» Die deutsche Meisterin Sandra Völker (Leipzig), Olympia-Dritte von Atlanta 1996, war als 18. schon im Vorlauf gescheitert.

Grant Hackett musste sich über 1 500 m Freistil unerwartet starker Konkurrenz erwehren. Der 24 Jahre alte Weltrekordler aus Australien wiederholte seinen Olympiasieg von Sydney nach spannendem Kampf in 14:43,40 Minuten knapp vor dem Amerikaner Larsen Jensen (14:45,29) und dem Briten David Davies, der in 14:45,95 Minuten den 13 Jahre alten Europarekord des Potsdamers Jörg Hoffmann (14:50,36) unterbot.

Richard Janssen und Dietmar Fuchs, DPA DPA

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