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Schwimm-Desaster: Eine Mannschaft löst sich auf

Katastrophale Zeiten, mutlose Athleten – das deutsche Schwimmer-Team erlebt im "Water-Cube" von Peking ein Desaster. Noch keine Medaille, dabei könnte es auch bleiben. Was aber sind die Gründe für die teils erbärmlichen Auftritte? Eine Analyse, die zeigt: Im deutschen Team herrscht Chaos.

Von Jens Fischer, Peking

Es war der 7. August, einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Spiele hier in Peking. Die deutschen Journalisten bestiegen nach einer gemeinsamen Pressekonferenz der deutschen Schwimmer den Bus. Alle schauten sich gegenseitig an und waren schnell einer Meinung: Diese so wichtigen Wettkämpfe könnten für die deutsche Vorzeigesportart in einem Desaster enden. Sie haben Recht behalten.

Die deutschen Schwimmer gingen in dem fantastischen und eigentlich motivierenden "Water-Cube" von Peking reihenweise unter. Keine Lichtblicke weit und breit, einer nach dem anderen stieg erschöpft, enttäuscht und desillusioniert aus dem olympischen Becken. Während die anderen Nationen einen Weltrekord nach dem anderen ins Wasser zaubern, liest sich die bisherige deutsche Bilanz erschreckend.

Fragil und empfindlich

Antje Buschschulte, 15. im Halbfinale über 100 Meter Rücken, Endlauf-Aus. Die WM-Zweite Annika Lurz, Vorlauf-22, 4,3 Sekunden über ihrer persönlichen Bestzeit. Petra Dallmann schwache 24. im Vorlauf. Katastrophen-Vorstellungen von Thomas Rupprath und Helge Meeuw, einst zur Weltklasse gehörend, jetzt meilenweit entfernt von der internationalen Spitze. Die Liste ließe sich beliebig fortführen, kein deutscher Schwimmer war in Peking nur ansatzweise an seine Spitzenzeiten herangeschwommen. Einzig Paul Biedermann über die 200 Meter Freistil rief sein Leistungsvermögen ab und schwamm im Finale mit deutschem Rekord auf Platz fünf.

Debakel für deutsche Schwimmer: Was sind die Gründe?

Und Britta Steffen? Das deutsche Schwimm-Fräulein überzeugt bislang mehr durch Boulevard-Schlagzeilen als durch sportliche Highlights. Komplett abgeschottet von der Presse, kein Wort zu viel, fragil und empfindlich bewegt sie sich hier durch die Schwimmhalle. Ihre ersten Leistungen in der Staffel lassen Schlimmes vermuten. Abgekämpft und müde ackerte sie sich aus dem Becken, Erinnerungen an eine späte van Almsick wurden wach. Dass ausgerechnet sie die Kohlen aus dem Feuer holt – unwahrscheinlich.

Frommer Wunsch vom Cheftrainer

DSV-Cheftrainer Örjan Madsen hatte das Desaster bei der besagten Pressekonferenz schon angekündigt – zum Erstaunen der Anwesenden. "Ich würde mir sehr wünschen, dass meine Athleten einfach besser mit dem Druck umgehen. Sie müssen endlich lernen, psychisch und physisch auf den Punkt topfit zu sein." Das sagte ein Cheftrainer bereits vor Beginn der Wettkämpfe – ein Armutszeugnis und ein deutlicher Hinweis darauf, was folgen sollte. Sein Medaillentipp vor dem Start: "Maximal zwei bis drei." Erschreckend.

Wo aber liegen die Gründe für das Scheitern? Madsen redet Klartext: "Die Heimtrainer haben meine Trainingspläne nicht konsequent befolgt. Die Höhentrainingslager wurden nicht durchgezogen, meine Anweisungen nicht immer bedingungslos befolgt." Klare Worte, die eines deutlich machen: Innerhalb des Teams stimmt es einfach nicht. Die Strukturen im Verband sind undurchsichtig, es gibt keine konsequente Linie. Hinzu kommt, dass es im Verband an Trainern mit internationaler Reputation fehlt. Auch Madsen muss sich jetzt heftige Kritik gefallen lassen. Auf die Frage nach seinen Olympia-Erwartungen äußerte er unlängst: "Es kommt, wie es kommt." Bitter.

"Kann nichts dafür, dass uns die Weltelite enteilt"

"In erfolgreichen Schwimmnationen werden die Trainingsinhalte innovativ, kreativ und individuell gestaltet. Dort werden die Inhalte nicht für alle Athleten verpflichtend von oben verordnet", findet Ex-Weltmeister Mark Warnecke deutliche Worte. Ein klarer Angriff in Richtung Madsen und dessen Führungsstil. Es scheint so, als wären die Deutschen bei der Trainingsanalytik zum Schwimmentwicklungsland verkommen.

Auch die mentale Verfassung der Deutschen ist erschreckend. "Ich kann ja nichts dafür, dass uns die Weltelite derart enteilt ist", meinte Buschschulte nach ihrem Desaster mit einem Schulterzucken. "Ich bin mit meiner Leistung zufrieden." Und das nach einem Aus im Halbfinale. Karin Hetzer nahm ihr Karriereende wegen einer Schulterverletzung locker: "Natürlich bin ich enttäuscht, dass es hier für mich zu Ende geht. Aber ich habe schon vor Monaten gemerkt, dass ich Motivationsprobleme habe." Und das als Sportlerin vor dem Größten überhaupt, den Olympischen Spielen. Auch andere wie eben Steffen scheinen im Kopf nicht frei zu sein.

Bei Phelps & Co. schwimmt der Doping-Verdacht immer mit

Einzig Biedermann macht einen positiven Eindruck: "Vor 17 000 Zuschauern ist man natürlich immer ganz besonders motiviert, da macht das Schwimmen ganz besonders viel Spaß." Worte, die man aus dem deutschen Lager hier so oft nicht gehört hat. Vielleicht täte es gut, mal einen Blick auf die anderen Nationen zu werfen. Die Amerikaner strotzen hier vor Selbstvertrauen und platzen vor Stolz, in Peking ihr Land zu vertreten. Auch die Australier zeigen sich gewohnt selbstsicher und schwimmen immer vorne mit. Aber auch bei den Sportlern aus Frankreich und Großbritannien ist von Druck nicht viel zu spüren, ihnen ist der Spaß an ihrem Sport anzusehen. Sie sind auf den Punkt topfit. Mentale Probleme? Kennen sie nicht.

Da kann es auch nicht daran liegen, dass bei den deutschen Schwimmern in der Trainingsphase die Doping-Kontrollen ganz besonders intensiv waren. Natürlich schwimmt bei Phelps & Co. der Doping-Verdacht immer mit, aber dies als Entschuldigung für die schwachen Leistungen der Deutschen gelten zu lassen, wäre am Ziel vorbeigeschossen. Und auch die Diskussion um die angeblichen Wunder-Schwimmanzüge bietet keinen Raum, das deutsche Abschneiden zu erklären.

"Ohne Mut gewinnt man hier gar nichts"

So war es dann auch bezeichnend, als Paul Biedermann vergangenen Donnerstag nach der Pressekonferenz im Gang den Journalisten im Vorübergehen noch mitteilte: "Ich würde mir schon wünschen, dass wir mit mehr Mut in die Wettkämpfe gehen. Ohne Mut gewinnt man hier gar nichts." Eine Aufforderung, die bislang leider keinen Adressaten fand. Und ob Madsens Generalkritik ("Die Leistungen sind traurig anzusehen. Sie sollen sich endlich den Mut nehmen, rausgehen und zeigen, was sie können") Früchte trägt? Unwahrscheinlich, zumal sie auch von Madsen kommt.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(