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Ertls Olympia-Tagebuch: Sag niemals nie

Die Titelverteidigung der Nationenwertung ist für das deutsche Team locker drin. Das liegt auch an der Wiederauferstehung von totgesagten Athleten, findet stern.de-Kolumnistin Martina Ertl.

Mir fehlen ein wenig die Worte. Ich bin positiv überrascht. Die Abteilung Ski bläst zum Gegenangriff und hat innerhalb von 24 Stunden alle Kritiker verstummen lassen. "Lasst die Toten ihre Toten begraben" - das war der Tenor der Experten, wenn sie auf die bis gestern eher bescheidenen Ergebnisse von Langläufern und Skispringern schauten.

Wie Phönix aus der Asche präsentierten sich jetzt die "Totgesagten". Ein nicht mehr für möglich gehaltener Olympiasieg für das deutsche Damen- Duo im Teamsprint des Langlaufs, Silber für die deutschen Langlauf-Herren und die Skispringer hüpfen im Teamwettbewerb auf den Silber-Platz. Drei Medaillen, von denen noch mal eine Initialzündung für das gesamte Team ausgehen kann und die die mit reißen sollten, die noch "ohne Ergebnis" sind oder die noch auf ihren "ersten Start" warten.

Das deutsche Team kann den Turbo anwerfen


Das deutsche Team kann jetzt noch mal so richtig den Turbo anwerfen. Die Kombinierer mit noch zwei Entscheidungen , unsere Riesenslalom- und Slalom-Asse, Katy Hölzl und die Riesch-Schwestern, auch die Biathlon-Herren mit ihrer Staffel, alle sollten sich die drei letzten deutschen Medaillen als Ansporn vor Augen halten. Die wichtigste Botschaft des Tages war: Auch wenn man denkt, dass nichts mehr geht, sollte man den Kampf nie aufgeben. Der Durchhaltewillen der Athleten wurde belohnt.

Der Paukenschlag lässt nun auch die Funktionäre durchatmen, die sich ob ihrer Prognosen Häme und Kritik ausgesetzt sahen. Das selbst gesteckte Ziel, Platz 1 in der Nationenwertung ist wieder in greifbare Nähe gerückt. In Vancouver wird es noch mal richtig spannend.

Viele Grüße
Martina Ertl

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