Missglückter Olympia-Auftakt Deutsche Skilangläufer müssen Enttäuschung wegstecken


Nach der Enttäuschung zum Olympia-Auftakt blasen die deutschen Skilangläufer zum Großangriff. `Die Sportler sind jung, frisch und gut trainiert. Wir treten an, um eine Medaille zu holen´, sagte Sprint-Chefcoach Tor Arne Hetland mit Blick auf die Kurzdistanzrennen am Mittwoch: `Wir sind doch nicht im Urlaub hier.´

Nach der Enttäuschung zum Olympia-Auftakt blasen die deutschen Skilangläufer zum Großangriff. `Die Sportler sind jung, frisch und gut trainiert. Wir treten an, um eine Medaille zu holen´, sagte Sprint-Chefcoach Tor Arne Hetland mit Blick auf die Kurzdistanzrennen am Mittwoch: `Wir sind doch nicht im Urlaub hier.´Diese klare Botschaft schien allerdings zumindest beim Start im Callaghan Valley noch nicht bei allen angekommen zu sein. Der als Medaillenanwärter angetretene Axel Teichmann lief wie ein lustloser Freizeitläufer über die 15-km-Strecke und kam als 44. mit über zwei Minuten Rückstand auf den ersten Schweizer Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna ins Ziel: `Diesen Tag will ich einfach nur noch vergessen.´

Auch Rene Sommerfeldt war als 36. restlos bedient und wollte seine Leistung nicht nur auf die schlechten Ski schieben. `Scheißdreck, aber das war der Wachrüttler fürs Team´, sagte Sommerfeldt: `Wir werden in den nächsten Rennen mit Sicherheit besser abschneiden.´ Deshalb wollte Bundestrainer Jochen Behle auch nicht Ewigkeiten über den bei Olympia und WM fast schon traditionell mäßigen deutschen Start reden. Schließlich seien die Sportler selbst alt genug, um das wegzustecken.

Hoffnung auf die anvisierten vier deutschen Olympia-Medaillen machte neben der auf Platz zwölf gelandeten Evi Sachenbacher-Stehle (`Ab jetzt wird es noch besser´) vor allem Tobias Angerer. Den siebten Platz und die 16,5 Sekunden Rückstand aufs Podest sah der Bayer als Motivation für den Angriff: `Natürlich bin ich hier, um Medaillen zu gewinnen. Aber ich war schon in der Nähe, und beim nächsten Rennen greife ich an.´

Montagabend durfte er schon mal ins deutsche Haus in Whistler, während der Rest des Teams im Olympischen Dorf seine Wunden leckte. Weil die Distanzspezialisten erst ab Freitag wieder ins Geschehen eingreifen, müssen erstmal die Sprinter Wiedergutmachung für das deutsche Team betreiben.

Josef Wenzl, der beim Olympia-Test vor einem Jahr als Dritter aufs Podest gelaufen war, gilt genauso wie Youngster Tim Tscharnke als chancenreicher Außenseiter. Bei den Frauen ruhen die Hoffnungen besonders auf Nicole Fessel und Neuling Hanna Kolb. Chefcoach Jochen Behle ist jedoch skeptisch, was das Podestziel seines Sprintcoachs Hetland betrifft. Der Norweger war in seiner aktiven Karriere Olympiasieger und Weltmeister. `Eine Medaille im Sprint ist Utopie´, sagte Behle: `Schließlich läuft Hetland nicht selbst mit.´ Der Mann hat Urlaub vom aktiven Skilanglauf - er ist irreparabel am Knie verletzt.

SID SID

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