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Olympia-Pechvogel: Ersatzläufer Patrick Beckert verpasst seinen Einsatz

Irgendwann kam Patrick Beckert dann doch noch im Richmond Oval an, ungefähr zwei Stunden zu spät. Himmel und Hölle hatten Trainer, Teamleitung und auch seine Schwester Stephanie in Bewegung gesetzt, um den 19-Jährigen noch pünktlich zum 10.000-m-Rennen in die Halle zu bekommen.

Irgendwann kam Patrick Beckert dann doch noch im Richmond Oval an, ungefähr zwei Stunden zu spät. Himmel und Hölle hatten Trainer, Teamleitung und auch seine Schwester Stephanie in Bewegung gesetzt, um den 19-Jährigen noch pünktlich zum 10.000-m-Rennen in die Halle zu bekommen. Doch Beckert, der als vierter Ersatzläufer völlig überraschend noch hätte starten dürfen, war in Downtown Vancouver shoppen und hatte sein Handy auf stumm geschaltet.

Beckert nahm´s gelassen, aber auf keinen Fall wollte er als Trottel dastehen. Mehrfach nachgefragt habe er tags zuvor bei Trainern und Teamleitung, ob er denn nicht doch sicherheitshalber mit in die Halle kommen solle. `Da hieß es: Nein, du brauchst nicht. So einen Zufall gibt´s nicht.´ Also wartete er am Dienstagmorgen bis um zehn Uhr im Olympischen Dorf auf ein Wunder, hakte den Start dann endgültig ab und ging mit seinem Teamkollegen Nico Ihle einkaufen. Um kurz vor halb elf erreichte ein hektischer Teamchef Helge Jasch das Duo über Ihles Handy, um elf Uhr hätte Beckert am Start stehen müssen. Selbst wenn er wenige Minuten zuvor sein Telefon gehört hätte, wäre es zu spät gewesen.

Der Italiener Enrico Fabris hatte sich nur eine Stunde vor Rennbeginn angeblich wegen Bauchschmerzen abgemeldet. Beckert stand an Nummer vier in der Liste der Nachrücker hinter einem Schweden, einem Kanadier und einem Kasachen. Dass auch das Trio nicht in der Halle war, um einzuspringen, `konnte ja niemand ahnen´, sagte Beckert. Er machte höchstens Fabris einen Vorwurf: `Seine Absage kam zu kurzfristig, das war nicht fair. Hätte er allerdings früher zurückgezogen, hätte es einer der Nachrücker vor mir noch pünktlich bis zum Start geschafft, und ich wäre trotzdem nicht gelaufen.´In vier Jahren bei Olympia in Sotschi passiere ihm so eine Nummer nicht nochmal, sagte Beckert: `Denn da bin ich sowieso fest dabei und nicht mehr nur Ersatzläufer.´

SID / SID
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