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Olympia 2012 in London: Stabhochsprung Ein Google-Doodle will hoch hinaus


Kaum eine Technik der Leichathletik ist derart komplex wie die des Stabhochsprungs. Damit der Sportler sich hoch über die Latte katapultieren kann, muss er einiges beachten.

Der Stabhochsprung ist eine olympische Disziplin erster Stunde. Bereits bei den ersten olympischen Spielen der Neuzeit, im Jahr 1896, wetteiferten Männer im Sprung über die Latte mit langem Stab. Ihren Ursprung hat die Sportart allerdings in der Antike. Viele Völker des Altertums benutzten einen Speer, um Wassergräben oder sonstige Hindernisse zu überwinden.

Während für den Gewinn einer Goldmedaille im Jahr 1896 3,30 Meter ausreichten, liegt der derzeitge Weltrekord der Männer bei 6,14 Metern, der der Frauen bei 5,06 Metern. Nicht nur die Stäbe wurden über die Jahre optimiert, auch die Sprungtechnik wurde immer ausgefeilter.

Eine Technik, die es in sich hat

Etwa 45 Meter steht der Sportler vom Absprungspunkt entfernt. Er hält den Stab auf der dem Absprungbein entgegengesetzten Seite im Kammgriff. Ein Sportler, der mit dem linken Bein abspringt, greift den Stab mit der rechten Hand am oberen Ende von unten und mit der linken Hand in 70 bis 120 Zentimetern Entfernung von oben, ein Rechts-Springer umgekehrt. Vor dem Anlauf hebt der Springer den Stab an und die rechte Hand dreht sich mit dem Handrücken nach oben. Zeige- und Mittelfinger drücken von oben auf den Stab. Bei der linken Hand ruht der Stab auf dem Daumen, die anderen Finger greifen ihn von oben. Der Springer startet den Anlauf mit nahezu senkrechtem Stab auf Hüfthöhe.

Der Stab wird während des Anlaufs kontinuierlich abgesenkt und schließlich in den sogenannten Kasten am Absprungspunkt gestoßen. Zunächst hängt der Körper des Sportlers nahe der Stange, dann folgt ein Aufschwung der Beine und des Unterkörpers. Der Stab biegt sich durch. Diese Dehnung kann sich der Springer zunutze machen und sich mit Schwung zum Handstand am Stab hochdrehen. Dann muss er sich mit den Armen vom Stab nach oben abstoßen und die Latte - mit den Beinen voran - überqueren. Ist ihm dies gelungen, muss er darauf achten, weder mit Armen, noch Oberkörper oder gar mit dem Stab die Latte herunterzureißen. Zuguterletzt muss er nur noch heil auf der Matte landen.

Beim olympischen Wettkampf hat jeder Athlet drei Versuche, eine Höhe zu springen. Es steht ihm frei, Höhen auszulassen. Sollten mehrere die gleiche Höhe erspringen, entscheidet die Anzahl der Versuche über den Sieg. Sollte weiterhin Gleichstand bestehen, wird die Gesamtzahl an Fehlversuchen inklusive der zuletzt übersprungenen Höhe ermittelt. Der Athlet mit der geringeren Anzahl ist besser platziert. Sollte auch dieses Verfahren keinen klaren Sieger hervorbringen, kommt es zu einem Stichkampf.

Drei Deutsche kämpfen um Olympisches Gold

Auch wenn nachweislich schon 1911 Stabhochsprungveranstaltungen von Frauen durchgeführt wurden, haben sie erst in den 1990er Jahren offiziellen Charakter erhalten. Seit 1995 werden vom internationalen Dachverband aller nationalen Sportverbände der Leichathletik (IAAF) Weltrekordlisten geführt. Der erste internationale Wettkampf mit Frauen-Stabhochsprung waren die Hallen-Europameisterschaften 1996. Im Jahr darauf durften die Frauen erstmals bei den Hallenweltmeisterschaften mitspringen, 1999 auch bei den Freiluft-Weltmeisterschaften und 2000 bei Olympischen Spielen.

Am heutigen achten Spieltag treten 39 Frauen in der Vorrunde im Stabhochsprung gegeneinander an. Unter ihnen befinden sich auch drei Deutsche: Lisa Ryzih, Martina Strutz und Silke Spiegelburg. Die 26-jährige Spiegelburg hat mit einer persönlichen Saisonbestleistung von 4,82 Metern gute Chancen auf eine Medaille. Im Vergleich zu den anderen Teilnehmerinnen liegt sie auf Rang vier.

Katharina Gipp

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