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Biathlon-Premiere ohne Andrea Henkel: Deutsche Skijäger wollen im Mixed aufs Podest

Nach nur einer Biathlon-Mixed-Staffel in diesem Olympia-Winter sind Prognosen besonders schwer. Die deutschen Skijäger rechnen sich Chancen auf eine Medaille aus. Doch die Konkurrenz ist groß.

Eine olympische Premiere und männliche Schützenhilfe sollen den deutschen Biathletinnen endlich die erste Medaille in Sotschi bringen. Überraschend wird beim Olympia-Debüt der Mixed-Staffel die routinierte Andrea Henkel fehlen, die 2011 Weltmeisterin und zudem zweimal WM-Dritte in der Disziplin war. Die zweimalige Olympiasiegerin soll nach ihrer Erkrankung erst wieder in der Damen-Staffel am Freitag eingesetzt werden.

Die DSV-Skijäger rechnen sich für Mittwoch gute Chancen aus, schon vor den abschließenden Staffelrennen der Damen und Herren die dürftige Bilanz aufzupolieren. Einziges Problem: Die Konkurrenz bei der Hatz mit zweimal sechs Kilometer der Frauen und zweimal 7,5 Kilometer der Männer ist groß. "Vier gute Frauen oder Männer haben nicht alle Länder. Aber jeweils zwei können viele Nationen aufbieten", erklärte Damen-Trainer Ricco Groß.

Besetzung des Männerparts noch unklar

Während die als Fixstarterin gehandelte Andrea Henkel nicht berücksichtigt wurde, wird Evi Sachenbacher-Stehle nach ihrer Gala-Vorstellung im Massenstart mit Rang vier die Staffel anlaufen. Danach absolviert Laura Dahlmeier die zweite sechs Kilometer lange Schleife. Die 7,5 Kilometer langen Herren-Abschnitte bestreiten Daniel Böhm und Simon Schempp.

"Evi ist nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt und Laura nach ein paar Ruhetagen wieder frisch. Das gilt auch für Daniel Böhm. Simon Schempp war auch am Dienstag beim Massenstart unser Schnellster", begründete Cheftrainer Uwe Müssiggang die Aufstellung. "Das ist die vermeintlich stärkste Mannschaft. Wir haben im Trainerrat zusammengesessen und so entschieden", sagte er.

Hoffen auf eine Medaille

Bei der WM-Premiere des Mixed-Wettbewerbs 2005 im sibirischen Chanty Mansijsk gewann Sachenbachers heutiger Coach Groß als Schlussläufer mit Uschi Disl, Kati Wilhelm und Michael Greis Bronze hinter zwei russischen Quartetts. "Die Staffel hat damals schon viel Spaß gemacht. Inzwischen will sie fast jeder laufen", meinte Groß.

"Ich fühle mich in guter Form. Ich habe hier kein einziges schlechtes Rennen gemacht. Wenn hier Weltcuppunkte vergeben würden, hätte ich ordentlich Zähler gesammelt. Ich würde gern sowohl die gemischte als auch die Männer-Staffel laufen", erklärte Simon Schempp schon unmittelbar nach dem Massenstartrennen am Dienstag. Evi Sachenbacher-Stehle verriet ihr Ziel: "Jetzt kommen noch die Staffeln. Ich hoff', dass wir da noch mit einer Medaille heimfahren können."

Erst ein Staffelwettberwerb in dieser Saison

Weltmeister der vergangenen drei Jahre war Norwegen. Je zwei WM-Titel erkämpften sich in Frankreich, Russland und Deutschland weitere Biathlon-Großmächte, die auch diesmal neben Tschechien, Schweden und Italien zum Favoritenkreis gehören.

Im Olympia-Winter stand die Mixed-Staffel bisher nur zum Weltcup-Auftakt in Östersund auf dem Programm. Mit Platz sieben nach fünf Strafrunden von Schlussläufer Florian Graf verpatzte das deutsche Quartett den Saison-Einstand. "Das wollen wir hier besser machen", legte sich Groß fest.

dho/DPA / DPA

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