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Olympia 2018: Eröffnungsfeier: Wie die ARD von einer Rede auf Koreanisch überrascht wurde

Was war da los? Der Chef des Organisationskomitees, Lee Hee Beom, hielt seine Begrüßungsrede während der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele auf Koreanisch statt auf Englisch - und die ARD hatte keinen Übersetzer parat.

ARD Lee Hee Beom Pyeongchang

Die ARD bot ihren Zuschauern keine Übersetzung von der Rede des OK-Chefs, Lee Hee Beom, an.

Es war alles in allem eine schöne Eröffnungsfeier in Pyeongchang. Zweieinhalb Stunden wechselten sich Feuerwerk, ansprechende Tanz-Choreografien, Filmeinspieler, der Einzug der Athleten und die offiziellen Reden ab, bis  Eiskunstläuferin Kim Yuna schließlich das olympische Feuer entfachte.

Für die ARD kommentierten die erfahrenen Reporter Ralf Scholt und Jens-Jörg Rieck gewohnt souverän die Show, für die Übersetzungen aus dem Französischen und dem Englischen stand Dolmetscher Jürgen Stähle bereit. Aber an einer Stelle wurde es für die beiden ARD-Kommentatoren und den Dolmetscher peinlich. Der Einmarsch der Athleten und ein weiterer Showteil waren absolviert, da trat der Chef des Organisationskomitees, der Südkoreaner Lee Hee Beom, ans Rednerpult. Und was machte der Mann? Er hielt seine Rede auf Koreanisch. Doch wo blieb die Übersetzung? Es war nichts zu vernehmen vom Dolmetscher. An einigen Stellen hörte man als nicht-koreanisch sprechender Mensch mit viel Fantasie den Namen des IOC-Präsidenten, Thomas Bach, heraus. Ansonsten verstand man rein gar nichts. 

ARD-Dolmetscher entschuldigt sich

Was war passiert? Die ARD war offenbar davon ausgegangen, dass Lee seine Rede auf Englisch halten würde. Das war eine Fehlannahme. So erfuhr der interessierte Zuschauer nicht, was der Mann der olympischen Familie mitzuteilen hatte. Als Lee schließlich das Mikrofon an Thomas Bach übergab, meldete sich Dolmetscher Jürgen Stähle aus dem Off: Man sei nicht darauf vorbereitet gewesen, dass der OK-Chef auf Koreanisch sprechen würde: "Wir konnten die Rede deswegen nicht übersetzen", entschuldigte er sich. Bach hielt seine Rede auf Englisch und Stähle konnte seine Arbeit fortsetzen.


Dass die ARD keinen Übersetzer der Landessprache hatte, ist ärgerlich. Man hätte schon gerne gehört, was Lee gesagt hat, auch wenn das meiste wahrscheinlich Begrüßungsformeln und Dankesworte waren. Vermutlich. Mittlerweile hat sich die ARD für den Fauxpas entschuldigt. Laut ARD sollte die Ansprache des OK-Präsidenten in Englisch gehalten werden. "Dies war aber nicht der Fall. Davon wurde die Redaktion überrascht."

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tis
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