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Ex-Politiker bemängelte Aussprache "Aus einer Arbeiterfamilie und ich bin STOLZ": Olympia-Moderatorin kontert Lästerei wegen ihres Akzents

BBC-Moderatorin Alex Scott (r.) und der Ex-Politiker Digby Jones
BBC-Moderatorin Alex Scott ließ die Lästereien des Ex-Politiker Digby Jones nicht unbeantwortet
© Picture Alliance
Die frühere Fußball-Nationalspielerin Alex Scott ist derzeit für die BBC als Olympia-Moderatorin aktiv. Einem Ex-Politiker stoßen die Auftritte der 36-Jährigen auf. Der Grund: Diese spreche Sportarten falsch aus. Nun setzte Scott zum Gegenangriff an.

Nach Kritik an ihrem Akzent bei Olympia-Diskussionsrunden hat die britische BBC-Moderatorin Alex Scott auf die Vorwürfe reagiert und zum Gegenangriff angesetzt. "Ich bin aus einer Arbeiterfamilie in Ostlondon, Poplar, Tower Hamlets & ich bin STOLZ", twitterte die frühere englische Fußball-Nationalspielerin. "Stolz auf das junge Mädchen, das Hindernisse überwand und stolz auf meinen Akzent. Das bin ich, es ist meine Reise, mein Mut."

Zehntausende drückten ihre Zustimmung aus, auch Politiker, Sportler und Kolleginnen unterstützten Scott.

Ex-Politiker bekommt Gegenwind für Tweet

Zuvor hatte der frühere Industriellenvertreter Digby Jones, der gut ein Jahrzehnt Mitglied der zweiten Parlamentskammer House of Lords war, über Scott gelästert. "Alex Scott verdirbt ihre gute Präsentation im Olympia-Team der BBC mit ihrer sehr deutlichen Unfähigkeit, ihre "g" am Ende eines Wortes auszusprechen", kritisierte Baron Jones of Birmingham. Er wies darauf hin, dass Scott den letzten Buchstaben verschlucke - sie sage "fencin, rowin, boxin, kayakin, weightliftin und swimmin" statt fencing (Fechten), rowing (Rudern), boxing (Boxen), kayaking (Kajakfahren), weightlifting (Gewichtheben) und swimming (Schwimmen).

Deutlichen Gegenwind bekam der Ex-Politiker unter anderem vom britischen Schriftsteller, Schauspieler und Moderator Stephen Fry. "Sie sind alles, was Linguisten und wahre Liebhaber der Sprache verachten", kommentierte Fry unter Jones' Tweet.

Um dann nachzulegen: "Und da wir schon mal wählerisch sind: Sie sind nicht "Lord Digby Jones", sondern Digby, Lord Jones. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Aber wie auch immer Sie betitelt sind, Sie entehren das Oberhaus mit Ihrem unangebrachten Snobismus." Seine Gegenrede brachte Fry bereits fast 14.000 Likes ein, bei Jones' Auslassung drückte gerade mal ein Viertel davon auf das Herzchen.  

Viel Zuspruch und eigene Fußballsendung für Alex Scott

Akzente gelten in der britischen Gesellschaft häufig noch immer als Hinweis auf sozialen Status und sind oft Anlass zu Spott und Witzen. Besonders bei der BBC wird in aller Regel auf akzentfreie Aussprache geachtet. Nun erhielt Scott, die bald die Moderation einer beliebten Fußballsendung übernimmt, aber Rückendeckung. Ihr Kommentar beweise, warum die Ex-Fußballerin solch ein Vorbild sei, twitterte ihre Kollegin Eilidh Barbour. Der Bürgermeister der Region Manchester, Andy Burnham, betonte: "Ich mag natürliche, authentische Akzente. Was mich nervt, sind die Leute, die vornehme Akzente annehmen."

mod DPA

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