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Olympische Spiele 2021 Pferd bei Fünfkampf gequält: Verband bestraft Trainerin – Freispruch für Reiterin Schleu

Fünfkämpferin Annika Schleu steht die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben, als sie ihr Pferd mit Sporen und Peitsche traktiert, um es zum Springen zu bewegen
Fünfkämpferin Annika Schleu steht die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben, als sie ihr Pferd mit Sporen und Peitsche traktiert, um es zum Springen zu bewegen
© Marijan Murat / DPA
Es waren unschöne Szenen in Tokio: Weil sich die Fünfkämpferin Annika Schleu und ihr Pferd Saint Boy überhaupt nicht verstanden, boxte die Trainerin das Tier. Nun hat das Weltverband über den Fall geurteilt und die Sportlerin kam glimpflich davon.

Für ihr umstrittenes Verhalten beim Reit-Drama um die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu bei den Olympischen Spielen in Tokio ist Bundestrainerin Kim Raisner vom Weltverband UIPM bestraft worden. Ihre Athletin dagegen wurde vom Vorwurf des übermäßigen Gebrauchs der Gerte und Sporen freigesprochen, wie es in einer Mitteilung der UIPM hieß.

Pferd mit Faust geschlagen

Der Disziplinarausschuss des Weltverbandes wies Raisner an, ein Trainingsseminar zum richtigen Umgang mit Pferden zu absolvieren. Erst danach werde die Berlinerin wieder für einen UIPM-Wettkampf akkreditiert. Zudem erhielt sie einen offiziellen Verweis. Bei einer Wiederholung eines solchen Vorfalls wie in Tokio müsse sie mit dem Entzug ihrer Trainerinnen-Lizenz rechnen.

Vor knapp einem Monat hatte Schleu in Tokio nach zwei Disziplinen auf Gold-Kurs gelegen. Doch beim Reiten war sie mit dem ihr zugelosten und völlig verunsicherten Pferd nicht zurecht gekommen, Raisner hatte die weinende Berlinerin mit den Worten "Hau mal richtig drauf!" zum Einsatz der Gerte aufgefordert. Die Trainerin gab dem Pferd zudem einen Schlag mit der Faust. Anschließend wurde Schleu und Raisner Tierquälerei vorgeworfen. Beide hatten dies stets zurückgewiesen.

"Das ungeheuerliche Verhalten von Frau Raisner kann nicht ungestraft bleiben", hieß es in der Begründung. Zugleich stellte der Ausschuss aber zu Raisner fest: "Ihr sportlicher und beruflicher Werdegang ist von vorbildlichem Verhalten geprägt, so dass die Ereignisse vom 6. August als Anomalie zu werten sind."

nik DPA

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