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Eklat im Modernen Fünfkampf Hassnachrichten und Beleidigungen: Fünfkämpferin Annika Schleu deaktiviert Instagram-Account

Annika Schleu auf "Saint Boy" während des Modernen Fünfkampfes bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio
Annika Schleu auf "Saint Boy" während des Modernen Fünfkampfes bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio
© Pedro Pardo / AFP
Die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu ist nach ihrem Umgang mit dem Pferd "Saint Boy" zur Zielscheibe von Hassnachrichten geworden. Jetzt zog die 31-Jährige eine Konsequenz.

Die Empörungswelle nach Annika Schleus Auftritt im Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio reißt nicht ab. In den sozialen Netzwerken sehen sich die 31-jährige Sportlerin und Trainerin Kim Raisner massiven Anfeindungen ausgesetzt.

Annika Schleu deaktiviert Instagram-Account

Wie berichtet, hatte der Umgang der beiden mit dem zugelosten Pferd "Saint Boy" heftige Kritik hervorgerufen. Das offensichtlich überforderte und verängstigte Tier sollte unter anderem mit Schlägen dazu bewegt werden, den Parcours zu absolvieren, verweigerte sich jedoch.

Schleu und Raisner mussten sich Vorwürfe der Tierquälerei gefallen lassen – dabei blieb es jedoch nicht. Etliche Hassnachrichten, Beleidigungen und Drohungen liefen unter anderem auf dem Instagram-Account von Annika Schleu ein. Jetzt zog die Olympionikin Konsequenzen und deaktivierte ihren Kanal vorübergehend. 

Lesen Sie hier ein Interview mit Annika Schleu

"Ich habe danach schon schon schlimme Kommentare bekommen", sagte die 31-Jährige der Nachrichtenagentur DPA. Es seien "teilweise Worte gewählt worden, wo Leute sich angeblich für das Tierwohl und für Lebewesen einsetzen, aber dann in einer Art und Weise mit mir oder auch meinen Angehörigen sprechen, wo ich sage, das ist nicht ok, das geht viel zu weit", sagte die Berlinerin. "Ich wusste, dass Bilder um die Welt gehen werden, die nicht schön sein werden, aber ich hatte nicht mit so einer Art von Shitstorm oder mit so viel negativem Hass gerechnet."

Nach eigener Aussage bekam Schleu auch nach der Deaktivierung ihres Instagram-Accounts weiterhin beleidigende Nachrichten, etwa über ihre E-Mail-Adresse. "Ganz kann man sich davor nicht schützen. Es war natürlich hart, das alles lesen zu müssen."

Beleidigungen sind in Deutschland auch strafbar, wenn sie über das soziale Netzwerke getätigt werden. Das Strafmaß reicht bis zu zwei Jahren Gefängnis.

Quellen: Strafgesetzbuch, Instagram-Kanal von Annika Schleu, Nachrichtenagentur DPA

wue

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