VG-Wort Pixel

Fünfkämpferin Annika Schleu Reitsport-Fachverband und DOSB fordern nach Schlägen auf Pferd Regeländerungen

Annika Schleu aus Deutschland nach ihrer Disqualifikation. Ihr Pferd hatte mehrmals den Sprung verweigert.
Annika Schleu aus Deutschland nach ihrer Disqualifikation. Ihr Pferd hatte mehrmals den Sprung verweigert.
© Marijan Murat / DPA
Die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu schlug beim Parcour bei den Olympischen Spielen in Tokio auf ihr Pferd Saint Boy ein. Das sorgte für Kritik und Vorwürfe der Tierquälerei. Nun haben die Deutsche Reiterliche Vereinigung und der DOSB reagiert.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hat sich angesichts des Verhaltens der Modernen Fünfkämpferin Annika Schleu beim Springreiten während der Olympischen Spiele kritisch über die gesamte Sportart geäußert. "Die Bilder, die wir gesehen haben, haben eine klare Überforderung von Reiterin und Pferd gezeigt", sagte FN-Sportchef Dennis Peiler in einer Stellungnahme. Weiter hieß es: "Als Fachverband für den Pferdesport sehen wird die Reiterei im Modernen Fünfkampf kritisch. Unser Verständnis der Reiterei liegt in der Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd und nicht darin, das Pferd als Sportgerät zu betrachten."

Trainerin: "Hau mal richtig drauf! Hau drauf!"

Für Aufsehen hatten zuvor die Bilder der ARD-Übertragung aus Tokio gesorgt. Schleu schlug aus purer Verzweiflung immer wieder mit der Gerte auf da ihr zugeloste Pferd Saint Boy, das nicht in den Parcours wollte. Bundestrainerin Kim Raisner rief im Fernsehen deutlich hörbar der 31-Jährigen zu: "Hau mal richtig drauf! Hau drauf!"

Aus Sicht des Pferdsport-Verbandes "muss das Regelwerk dieser Sportart so gestaltet sein und angewendet werden, dass Reiter und Pferd geschützt werden. Hier besteht beim Modernen Fünfkampf offensichtlich dringender Handlungsbedarf." Für das Regelwerk sei der Weltverband für Modernen Fünfkampf zuständig, nicht die Reitsport-Fachverbände FN und FEI, betonte Peiler.

DOSB sieht "dringenden Anlass", Regelwerk zu ändern

Auch der Deutsche Olympische Sportbund hat Regeländerungen gefordert. "Zahlreiche erkennbare Überforderungen von Pferd-Reiter-Kombinationen sollten für den internationalen Verband dringend Anlass dafür sein, das Regelwerk zu ändern", schrieb der DOSB in einer Stellungnahme am Freitag. "Es muss so umgestaltet werden, dass es Pferd und Reiter schützt. Das Wohl der Tiere und faire Wettkampfbedingungen für die Athletinnen und Athleten müssen im Mittelpunkt stehen."

Der DOSB schrieb weiter: "Der heutige Wettbewerb im Reiten des Modernen Fünfkampfs war teilweise von Szenen geprägt, die dem Ansehen der Sportart schaden." 

rw DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker