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Hitze-Marathon bei Olympia Fiese Absicht oder zu erschöpft? Läufer räumt Trinkflaschen ab – Gegner hinter ihm gehen leer aus

Szene aus dem Marathonlauf bei den Olympischen Spielen
Der Franzose Morhad Amdouni (2.v.l.) in Aktion
© Screenshot / www.zdf.de
Die Einen werfen ihm grobe Unsportlichkeit vor, andere verteidigen ihn: Der Franzose Morhad Amdouni hat beim Olympia-Marathon für Empörung gesorgt. In einer Verpflegungsstation brachte der Läufer mehrere Trinkflaschen zu Fall, die Konkurrenz griff ins Leere.

Wollte er seine Konkurrenten absichtlich benachteiligen oder war er angesichts der Anstrengung einfach nur sehr unkoordiniert? Eine Aktion des französischen Läufers Morhad Amdouni im Olympia-Marathonrennen hat in den sozialen Netzwerken für Empörung und Diskussionen gesorgt.

Ein unter anderem vom australischen Ex-Spitzenläufer Ben St Lawrence bei Twitter geteiltes Video zeigt, wie Amdouni an einer Verpflegungsstation im Vorbeilaufen eine für die Sportler aufgestellte Reihe von Wasserflaschen nahezu komplett mit seiner Hand vom Tisch wischt, um sich selbst dann die letzte zu schnappen. Der direkt hinter ihm platzierte Niederländer und spätere Silbermedaillengewinner Abdi Nageeye indes bekommt keine Flasche mehr zu greifen. 

Zahlreiche User warfen Amdouni, Europameister von 2018 über 10.000 und 5000 Meter, daraufhin in Kommentaren grobe Unsportlichkeit vor, andere verteidigten ihn und versuchten die Szene unter anderem mit dessen Erschöpfung zu erklären. Das hohe Lauftempo (etwa 20 Stundenkilometer), die weit fortgeschrittene Distanz (Kilometer 28 von 42,195) sowie die äußeren Bedingungen erschwerten die Hand-Augen-Koordination enorm, so ein Kommentar. 

Amdouni geht auf Flaschen-Vorfall nicht ein

Tatsächlich geriet der in Sapporo ausgetragene Marathon am vergangenen Sonntag zur im Vorfeld befürchteten Hitzeschlacht (hier können Sie das Rennen noch einmal in voller Länge in der ZDF-Mediathek anschauen). Temperaturen von 30 Grad und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit forderten den Athleten alles ab, rund 30 Läufer, darunter einige Medaillenkandidaten, gaben das Rennen vorzeitig auf. 

Auch Amdouni, der sich zum Zeitpunkt der Flaschen-Aktion noch in der Spitzengruppe aufhielt, musste den harten Bedingungen Tribut zollen und im weiteren Verlauf mehrere Konkurrenten davonziehen lassen. Er erreichte das Ziel am Ende auf dem 17. Platz, knapp sechs Minuten hinter dem Kenianer Eliud Kipchoge (2:08:38 Stunden), der als erst dritter Läufer in der 125-jährigen Olympia-Geschichte zum zweiten Mal Gold im Marathonlauf gewann.

Wie die kuriose Szene in der Verpflegungsstation nun genau zu Stande kam, blieb zunächst unklar. Rennentscheidend dürfte dieser ohnehin nicht gewesen sein: Nur wenige Meter später war ein zweiter Tisch mit Wasserflaschen aufgebaut, an dem sich dann auch die zuvor Leerausgegangenen erfrischen konnten.

mod

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