Wer sich im Winter aufs Bike setzt, braucht nicht untenrum nur guten Grip, sondern auch adäquate Bekleidung. Weil sie an vorderster Windfront kämpfen und das Rad im Griff haben und in der Spur halten, sollten Biker besonders ihre Hände vor Kälte schützen. Gewöhnliche Winterhandschuhe reichen fürs Radeln bei Schnee, Wind und eisigen Temperaturen meist nicht. Denn sie sollen die Finger nicht nur warmhalten, sondern gleichzeitig ausreichend Grip am Lenker und Gefühl fürs Bremsen bieten. Die bei Kälte ohnehin schon leidende Feinmotorik gerät bei zu dicken Handschuhen noch mehr ins Stottern. Dabei braucht es gerade auf rutschigem Untergrund besonders viel Fahrgefühl.
Radhandschuhe im Winter: Die wichtigsten Kriterien
1. Schutz vor Wind und Nässe
In allererster Linie sollten Radhandschuhe die Hände vor Kälte und Nässe schützen, also wetterdicht sein. Das erreichen sie in der Regel durch adäquate und bewährte Stoffe wie GoreTex. Achten Sie beim Kauf also darauf, dass das Außenmaterial zuverlässig Wind und Niederschlag abhalten kann. Ähnlich wie bei Skihandschuhen ist ein verlängerter Bund am Handgelenk hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Alternativ können die Bündchen der Radjacke übers Handgelenk gestülpt werden.
2. Passform & Bewegungsfreiheit
Wer die Kontrolle über sein Bike behalten will, benötigt Gefühl am Lenker und an den Bremsgriffen. Radhandschuhe für winterliche Bedingungen sollten deshalb sitzen wie eine zweite Haut. Modelle mit dicker Polsterung und störenden Nähten mögen vielleicht den Wind abhalten. Präzise bremsen, lässt es sich mit schlecht sitzenden Handschuhen aber nur schwer. Die Balance aus Grip auf der Handinnenseite und Stoff, der den Fingern Spielraum fürs Bremsen lässt, ist eines der Geheimnisse eines guten Radhandschuhes.
3. Temperaturregulierung
Immens wichtig ist, dass Radhandschuhe im Winter die Hände zuverlässig warmhalten, auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Dabei muss den Herstellern ein weiterer kleiner Spagat gelingen. Denn die Handschuhe müssen die Finger nicht nur perfekt isolieren, sondern gleichzeitig sicherstellen, dass die Feinmotorik intakt bleibt. Allzu dicke, wärmende Materialien helfen hier also nur bedingt weiter. Zu dünner Stoff dagegen lässt die Hände auskühlen, was bei möglichen Gefahrenbremsungen ein Risiko sein kann. Die Lösung sind Konstruktionen aus mehreren Schichten. Beispielsweise nach innen wärmendes Fleece, eingepackt in kälteisolierende Membrane wie Thinsulate. Schwitzen dürfen die Hände natürlich auch nicht. Das wiederum erfordert atmungsaktive Materialien, die Feuchtigkeit nach draußen ableiten.
4. Touchscreen-Funktion
Ein kleines Stück Luxus ist das Extra, das hier ebenfalls noch erwähnt werden soll: die Touchscreen-Funktion. Smartphones dienen auch Bikern immer häufiger als Navigationshilfe und zum Erfassen von Trainingsdaten. Damit der Handschuh beim Bedienen von Apps und Scrollen durch Karten dort bleibt, wo er wärmt, haben viele Hersteller die Spitzen der Zeigefinger mit Touchscreen-fähigem Material bestückt. So auch beim Amphib Winter-Radhandschuh von Q36.5, der wegen seiner Strickkonstruktion außergewöhnlich flexibel ist und dabei dennoch warm hält.
5. Reflektoren
Im diffusen Licht der kalten Jahreszeit ist es vor allem für Radfahrer wichtig, jederzeit gesehen zu werden. Dafür wurden Reflektoren erfunden, die Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern optische Signale senden, weil Mikroprismen oder winzige Glasperlen das Licht der Scheinwerfer bündeln und zur Quelle zurückschicken. Bei Radhandschuhen sind diese Reflektoren an der Außenseite der Finger und der Handkante sinnvoll.
Radhandschuhe Winter: Alternative zu 5-Finger-Modellen
Beim Skifahren sieht man immer wieder auch sogenannte Fäustlinge, denen nachgesagt wird, dass sich die Finger darin gegenseitig heizen und die gesamte Hand damit länger warmhalten. Weil beim Radfahren gewöhnlich mit Zeige- und Mittelfinger gebremst wird, ist ein Fäustling fürs Bike keine Option. Hersteller wie Roeckl haben aber Modelle mit drei Fingern entwickelt. Je einen für Ring- und Kleinfinger sowie Mittel- und Zeigefinger und den Daumen, der seine eigene Wärmekammer bekommt. Im Handel firmieren diese Radhandschuhe mit dem Zusatz Lobster, weil sie mit etwas Fantasie den Scheren eines Hummers ähneln. Ebenfalls von Roeckl stammt die Idee, einen Fünf-Finger-Handschuh mit einem Überzieher zum Lobster zu machen, wie beim Riveo 3, der Daumen und Zeigefinger separat einpackt.