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America's Cup: Die Knusper-Waffe

Die erste deutsche Hightech-Yacht, die am America's Cup teilnehmen wird, ist in Kiel getauft worden. Das zehn Millionen teure Super-Boot aus Kohlefaser trägt den Namen "Germany 1".

Unter dem Namen "Germany 1" startet erstmals in der 155-jährigen Geschichte des America's Cup eine deutsche Hightech-Yacht. Die Ehefrau des Bundespräsidenten, Eva Luise Köhler, taufte in Kiel das 26 Meter lange Boot des United Internet Team Germany, das 2007 vor Valencia um die älteste Sporttrophäe der Welt segeln soll. Die Taufpatin gab dem Boot mit der Segelnummer GER-89 und der gesamten Mannschaft um Skipper Jesper Bank ihre besten Wünsche für eine erfolgreiche Teilnahme am 32. America's Cup mit auf den Weg.

"Angst, dass die Waffe zu schnell ist"

Die First Lady ließ die traditionelle Champagner-Flasche auf dem Bug der schneeweißen Yacht zerbersten und sagte: "Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel." Rund 250 Gäste waren Zeugen der Taufzeremonie vor dem Kieler Yachtclub. "Für Deutschland ist es ein gutes Zeichen nach Außen, wenn wir uns mit einem solchen Schiff als Hightech-Land darstellen können", sagte Eva Luise Köhler. Michael Scheeren, Chef vom United Internet Team Germany, ergänzte: "Das ist ein Meilenstein. Wir segeln für Deutschland."

Der dänische Skipper und Doppel-Olympiasieger Jesper Bank zeigte sich ebenfalls angetan von seinem neuen Arbeitsgerät: "Das Boot ist mit Sicherheit knuspriger als unser bisheriges Gebrauchtes. Jetzt habe ich ein bisschen Angst, dass diese Waffe wirklich so schnell ist, wie in unseren heißesten Träumen." Die Bootswand von "Germany 1" besteht übrigens aus Kohlefaser, die durch mehrfach beschichtete Papp-Waben stabilisiert wird.

Keine Starts für "Germany 1" bei Vorregatten

Mit der Taufe erfüllte sich ein Vierteljahrhundert alter deutscher Traum. Anfang der achtziger Jahre gab es die erste deutsche Cup-Kampagne, die jedoch scheiterte. Erst dem ehrgeizigen Projekt von Internet-Unternehmer Ralph Dommermuth gelang der Durchbruch. Jochen Schümann, Deutschlands erfolgreichster Segler, gratulierte aus Valencia: "Der Name Germany 1 erinnert mich an Australia II, die 1983 den Cup als erste nichtamerikanische Yacht gewonnen hat. Ich wünsche dem deutschen Boot, dass es so schnell wie nur möglich segelt."

Kleiner Wermutstropfen: Die "Rennziege"kann in dieser Saison noch nicht bei den Vorregatten zum America's Cup eingesetzt werden, sie muss erst einige Monate lang in Test- und Trainingsserien vor Valencia optimiert werden. Deswegen startet das Team Germany bei den so genannten Louis Vuitton Acts in Spanien vom 11. Mai an zunächst mit der Trainingsyacht GER-72.

DPA/kbe / DPA

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