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Ascot: Schampus-Randale in der High-Society

Erst trinken und dann austeilen - Einige Damen gerieten am "Ladies Day" beim königlichen Pferderennen von Ascot in Rage und schlugen mit Zaunpfählen um sich.

Ausgerechnet am traditionellen "Ladies Day" beim königlichen Pferderennen von Ascot gab es Prügel-Szenen, wie sie sonst nur in Fußballstadien zu sehen sind. Sogar einige der fein gekleideten Damen, die am "Ladies Day" ihre ausgefallenen Hutkreationen zur Schau stellen, waren am Donnerstag in einen handfesten Streit verwickelt. Champagnergläser flogen umher, und es wurde getreten und geboxt bis schließlich zehn Polizisten eingreifen mussten. 14 Personen wurden verhaftet, davon sechs Damen mit Hut und acht Männer in Frack und Zylinder. Insgesamt gab es bei dem Pferderennen in diesem Jahr 28 Festnahmen.

Alle Augen waren zunächst auf die britische Queen gerichtet, die in einer offenen Kutsche zusammen mit ihrem Ehemann Prinz Philip vorfuhr. Unterdessen ging ganz in der Nähe eine Gruppe betrunkener Besucher mit Zaunpfählen und herausgerissenen Plastiksitzen aufeinander los. Auslöser war nach einem Bericht der Boulevardzeitung "The Sun" ein Streit zwischen mehreren Damen. Als ihre Männer dazu kamen, sei das Ganze in eine handfeste Prügelei ausgeartet.

Tüchtig ausgeteilt

Dabei hätten auch die Damen "kräftig ausgeteilt", berichtete die 35-jährige Amanda Armstrong der Zeitung. Eine Frau im rosa Seidenkostüm habe einem Mann einen Zaunpfahl über den Kopf geschlagen. Überall seien die Fäuste geflogen,"es war einfach unglaublich", empörte sich Armstrong. Ihre Freundin Linda Clements beschrieb die Szenen "wie aus einem Film". Mehrere Männer hätten versucht die Streitenden zu beruhigen und seien dann selbst in die Prügelei verwickelt worden.

Die britische Presse machte sich über den Vorfall lustig. Bei der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland seien bislang 13 gewalttätige englische Fans verhaftet worden, in Ascot, der Veranstaltung für die bessere Gesellschaft, dagegen 28. "Man sollte die feinen Leute fürs Wochenende auf ihre Landgüter verbannen", frotzelte ein Rundfunkmoderator. So mancher Fußballfan konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen. "Ich bin froh, dass ich nicht in Ascot war, da ist man sich ja seines Lebens nicht sicher", sagte ein Fan, der dem WM- Spiel England gegen Ecuador am kommenden Sonntag entgegenfiebert.

Ute Dickerscheid/DPA

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