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Australian Open: Djokovic von der Hitze "erschlagen"

Höllische Hitze und Krämpfe im ganzen Körper: Titelverteidiger Novak Djokovic musste im Viertelfinale der Australian Open gegen Andy Roddick aufgeben. Der Weltranglisten-Dritte konnte bei Temperaturen von knapp 35 Grad nicht weiterspielen. Unterdessen zieht Roger Federer einsam seine Kreise.

Wenige Stunden nachdem Titelverteidiger Novak Djokovic vor der Hitze kapituliert hatte, verabschiedete sich auch Publikumsliebling Jelena Dokic unter dem Applaus von 15.000 Menschen von den Australian Open. 4:6, 6:4, 4:6 hatte die 25-Jährige im Viertelfinale gegen die an Nummer drei gesetzte Russin Dinara Safina verloren. Doch nach dem Matchball erhoben sich alle Zuschauer in der Rod Laver Arena von Melbourne und spendeten der Unterlegenen Beifall. "Ich muss nicht enttäuscht sein", sagte Jelena Dokic. Dass ihre wundersame Rückkehr sie bis in das Viertelfinale des Grand-Slam- Turniers in der australischen Heimat geführt hatte, war schon zuvor von den heimischen Medien als "Tennis-Märchen" gewürdigt worden.

Die Weltranglisten-137. wird wieder unter die Top 100 klettern, die dunkle Vergangenheit mit familiären Problemen, Depressionen und Übergewicht scheint endgültig abgehakt. Erstmals seit den French Open 2002 stand die geborene Serbin bei einem Grand-Slam-Turnier in der Runde der letzten Acht und hat endlich wieder Spaß an ihrem Sport. "Ich hatte ein großartiges Turnier. Das war ein guter Start ins Jahr 2009. Mehr konnte ich nicht erwarten", sagte Jelena Dokic.

Die Freude an seinem Beruf war Vorjahressieger Djokovic am Nachmittag vergangen. Der Weltranglisten-Dritte aus Serbien musste sein Viertelfinale gegen den Amerikaner Andy Roddick beim Stand von 7:6 (7:3), 4:6, 2:6, 1:2 aufgeben. Bei Temperaturen von knapp 35 Grad und nur 36 Stunden nach seinem vorigen Match gegen Marcos Baghdatis streikte der Körper des 21-Jährigen. "Ich hatte Krämpfe und Muskelkater und habe mich nicht gut gefühlt", sagte Djokovic. "Die Bedingungen waren extrem. Es ist enttäuschend, so auszuscheiden. Aber manchmal kannst du nicht gegen deinen Körper ankämpfen." Er hatte sich mit Eiswürfeln einreiben lassen, Kühlschläuche in seinen Nacken gelegt - und schlich dann doch ans Netz, um Roddick zu gratulieren.

Der Weltranglisten-Siebte und US-Open-Sieger von 2003 trifft im Kampf um den Einzug ins Endspiel am Donnerstag auf den Weltranglisten-Zweiten Roger Federer aus der Schweiz. Der Weltranglisten-Zweite aus der Schweiz setzte sich am Dienstag gegen den Argentinier Juan Martin del Potro nach einer Glanzleistung glatt mit 6:3, 6:0, 6:0 durch. Dinara Safina spielt in einem russischen Duell gegen Vera Swonarewa. Deren Gegnerin Marion Bartoli hatte ebenfalls unter der Hitze gelitten und war beim 3:6, 0:6 gegen Swonarewa chancenlos.

Djokovic ließ seinem Krankenbulletin allerdings noch deutliche Worte der Kritik an den Organisatoren folgen. Nachdem er zwei Tage zuvor noch bis halb drei morgens in der Rod Laver Arena gegen Baghdatis gekämpft hatte, bat er um die Night session für Dienstag - vergeblich. Schon am Nachmittag musste er wieder auf den Platz - viel Zeit zur Erholung blieb da nicht. Für Djokovic ist es bereits die vierte Aufgabe bei einem Grand-Slam-Turnier. 2005 in der zweiten Runde der French Open (gegen Guillermo Coria), 2006 im Viertelfinale der French Open (gegen Rafael Nadal) sowie 2007 im Halbfinale von Wimbledon (wieder gegen Nadal) musste er vorzeitig ein Match beenden.

Auch für Anna-Lena Grönefeld sind die Australian Open endgültig beendet. Nach ihrem Erstrunden-Aus im Einzel scheiterte die 23-Jährige aus Nordhorn auch im Doppel-Wettbewerb. Mit Patty Schnyder aus der Schweiz verlor sie im Viertelfinale gegen Francesca Schiavone/Casey Dellacqua (Italien/Australien) 6:0, 5:7, 1:6.

DPA/kbe

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