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Berlin-Marathon: Flitzer stört Kipsangs Rekordlauf

Nach 2:03:23 Stunden überquerte Wilson Kipsang die Ziellinie des Berlin-Marathons - Weltrekord! Doch sein Lauf wurde von einem Flitzer gestört. Für Fußballfans ist er kein Unbekannter.

Von Viktoria Meinholz

Den Zieleinlauf seines Lebens hatte Wilson Kipsang nicht für sich: Als er am Sonntag nach 2:03:23 Stunden vor der Kulisse des Brandenburger Tores die Ziellinie überquerte, jubelte er über einen neuen Weltrekord auf der Marathon-Distanz. Aber etwas störte diesen einmaligen Augenblick. Ein Flitzer.

Ausgestattet mit einer Startnummer und einem grellen Shirt, sprang ein Mann kurz vor dem Ende auf die Strecke. Er lief als Erster durchs Ziel und zerriss anstelle des Kenianers das Zielband und konnte erst nach ein paar Metern von den Ordnern aufgehalten werden.

Bereits am vergangenen Wochenende stand der Mann im Rampenlicht. Beim unspektakulären Spiel zwischen Hannover 96 und dem FC Augsburg. Der Flitzer war der Hingucker des Spiels und seitdem wird über einen neuen Zaun vor der Westtribüne diskutiert. Denn: Bereits zu Beginn der 90 Minuten hatte sich der Mann auf das Spielfeld gemogelt. Er konnte eine kleine Runde über den Rasen drehen, bevor er vom Sicherheitspersonal geschnappt und der Polizei übergeben wurde. Die paar Minuten Auftritt muss er teuer bezahlen - mit einer mehrere tausend Euro hohen Geldstrafe und Stadionverbot in Hannover.

Anzeige gegen Flitzer

Die Marathon-Organisatoren erstatteten Anzeige gegen den Flitzer. "Wir haben ihn der Polizei übergeben und haben ihm Hausverbot erteilt", sagte Renndirektor Mark Milde zu dem Vorfall. Auch wenn niemand zu Schaden kam, wirft die Aktion ein schlechtes Licht auf die Organisatoren. Nach dem Bombenattentat beim Marathon in Boston wurde der Berliner Tiergarten erstmals komplett eingezäunt. Die Zuschauer des Start- und Zielbereichs wurden stichprobenartig kontrolliert. Doch den Flitzer konnten die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen nicht stoppen.

Anders als in seinem "Berufsstand" üblich, ist der angeblich 35 Jahre alte Mann bei seinen Auftritten nicht nackt. Seine Botschaft hat nichts mit Überzeugung, sondern nur mit Gewinn zu tun: Er macht Werbung für eine Internetseite, die Hostessen vermittelt. Bei Youtube stellte er unter dem Namen Kalikus Dreizehn ein Video seines Laufs online. Und fragte seine Zuschauer, ob er weitermachen solle. Die Daumen unter dem Video sprechen bisher eine klare Sprache: vier Daumen hoch, 55 Daumen runter.

mit Agenturen

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