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Deutschland - Ungarn Regenbogen-Flitzer droht Geldstrafe – User sammeln im Internet Spenden

Flitzer bei der EM-Partie Deutschland - Ungarn mit einer Regenbogenflagge
Der Flitzer rannte während der ungarischen Nationalhymne aufs Feld
© Gladys Chai von der Laage / Picture Alliance
Dem Regenbogen-Flitzer von München droht eine Geldstrafe für seinen Auftritt beim EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn. Im Internet formiert sich aber Unterstützung.

Vor dem EM-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Ungarn hatte er seinen großen Auftritt: Ein Flitzer stürmte während der ungarischen Nationalhymne mit einer Regenbogenflagge auf den Rasen. Schnell wurde er von den Ordnern abgeführt und war auch im Fernsehen nur kurz zu sehen. Dennoch gingen die Bilder hinterher um die Welt.

Jetzt drohen dem Flitzer, einem 18-jährigen aus Frechen in Nordrhein-Westfalen, juristische Konsequenzen. Offenbar sind bei der Polizei bereits mehrere Anzeigen wegen Hausfriedensbruch eingegangen. Bei einer Verurteilung wird meist eine Geldstrafe fällig, die sich an den finanziellen Verhältnissen des Täters und der Schwere der Straftat orientiert. Laut RTL sind bis zu 20.000 Euro Strafe möglich.

Flitzer wollte mit Regenbogenflagge Zeichen für Vielfalt setzen

Schon während des Spiels hatte der Eindringling viel Unterstützung in den sozialen Netzwerken im Internet erhalten. Doch es soll nicht nur bei Worten bleiben: Auf der Crowdfunding-Plattform "GoFundMe" sammeln User Spenden für den Flitzer von München, um die Anwaltskosten und eine mögliche Geldstrafe abdecken zu können. Mittlerweile sind mehr als 7000 Euro zusammengekommen.

Mit seiner Aktion vor dem Spiel hatte der junge Mann gegen die Ausgrenzung von Homosexuellen – vor allem in Ungarn – protestieren wollen. Das ungarische Parlament hatte kürzlich ein Gesetz gebilligt, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt. Auch der DFB und die Stadt München hatten ein Zeichen dagegen setzen wollen und beantragt, das Stadion am Spieltag in Regenbogenfarben leuchten zu lassen. Dies lehnte die Uefa jedoch ab – es handele sich dabei um ein nicht erlaubtes politisches Statement, so der Fußballverband. 

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Dennoch war der Flitzer nicht der einzige, der an dem Abend ein Zeichen für gesellschaftliche Vielfalt setzte: Nationalmannschaftskapitän Manuel Neuer lief wie schon bei den vorherigen EM-Spielen mit einer Regenbogenbinde auf, Leon Goretzka zeigte nach seinem entscheidenden Tor ein Herz ins Publikum und auch viele Fans schwenkten auf den Tribünen Regenbogenfahnen.

Quellen: RTL / "GoFundMe"


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