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Boxen: Andre Ward ist nach Sieg über Froch Super Six-Champion

In einem taktisch hochklassigen, aber wenig spektakulären Kampf siegte Andre Ward gegen Carl Froch klar nach Punkten.

Der US-Amerikaner Andre Ward hat das Finale des Super Six-Tuniers im Supermittelgewicht gewonnen. Er schlug den Briten Carl Froch in einem taktisch hochklassigen, aber zum Teil unansehnlichen Kampf durch einstimmige Punktrichterentscheidung (Urteil: 115-113, 115-113 und 118-110).

Einer kam durch 

Der Sieg in Atlantic City brachte dem WBA-Champion Ward auch den WBC-Titel seines Gegners Carl Froch ein. Damit ist Ward der einzige Boxer, der ungeschlagen durch das Super-Six-Turnier gekommen ist. Er schlug Mikkel Kessler, Arthur Abraham, Allan Green und Carl Froch.

Beide Kämpfer tasteten sich zunächst ab, Froch hatte in der ersten Runde leichte Vorteile. Aber schon ab der zweiten Runde deutete sich an, was viele zuvor erwartet hatten. Andre Ward dominierte den Gegner durch seine Art zu boxen. Der WBA-Champ sprang in den Mann, klammerte dann und traf meist beim Rausgehen mit seinen schnellen Haken erneut. Carl Froch wirkte schon zu Beginn verunsichert, seine Schläge gingen oft ins Leere.

Ward sehr beweglich, kaum zu treffen 

Der Brite, der schon gegen Andre Dirrell gezeigt hatte, dass er nicht die schnellsten Hände schlägt, hatte mit dem Defensivkünstler Ward arge Probleme. Ward war beweglich im Oberkörper und kaum zu treffen für Froch. Allerdings vernachlässigte der Brite auch seinen Jab, verzichtete weitestgehend auf Aufwärtshaken. Ward brachte zu Beginn seine Linke immer wieder ins Ziel, in den späteren Runden (z.B. in der Siebten) konnte er auch mit der Rechten treffen, allerdings mit der erwartet geringen Wirkung.

Der Kampf wurde von Ward in taktisch brillanter Weise kontrolliert. Allerdings ging es zum Teil schmutzig zu. Der Amerikaner ging immer wieder in den Infight und klammerte. Dabei drückte er seinen Kopf und seine Schulter voran. Das sah nicht immer nach Boxen aus. Froch wirkte zum Teil sehr frustriert, da er keinen Zugriff auf Ward fand. Entweder er war zu langsam, oder die Distanz stimmte nicht. Seine Reichweitenvorteile konnte er zu keiner Zeit ausnutzen.

"So langsam wie auf den Aufnahmen"

"Ich wollte meine Schläge anbringen, aber er hat sich gut bewegt, war sehr glitschig und schwer zu fassen. Das kann er wirklich gut und deshalb war es ein schlechter Abend für mich“, sagte Froch anschließend auf espn.com. Andre Ward zeigte sich nach dem Kampf sehr zufrieden. "Wir wollten im Infight und in der Distanz boxen, das haben wir geschafft. Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie langsam Froch war. Er sah auf den Aufnahmen, die wir von ihm hatten, langsam aus und war es letztlich im Ring auch.“

Am Ende sprach die Statistik (CompuBox statistics) Bände. Ward landete 243 von 573 Schlägen im Ziel (42 Prozent), während Froch nur 23 Prozent der Schläge ins Ziel bringen konnte (156 von 683). "Glückwunsch an Andre Ward“, sagte Froch anschließend anerkennend. "Ich habe klar und auf faire Art und Weise verloren. Es war einfach schwer ihn zu treffen. Das Ziel des Ganzen ist ja, nicht getroffen zu werden und das hat er sehr gut gemacht.“

Andre Ward selbst war noch nicht ganz zufrieden. "Ob ihr es glaubt oder nicht, es geht noch besser“, sagte er anschließend. Vielleicht darf der ungeschlagene und jetzt zweifache Weltmeister dies demnächst gegen IBF-Champ Lucien Bute beweisen.

Michel Massing 

sportal.de / sportal

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