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Bundesligapartie Kiel gegen Lemgo: Das kurioseste Handball-Tor der Saison

Die Bundesligapartie zwischen dem THW Kiel und dem TBV Lemgo wäre sicher nicht in die Handballgeschichte eingegangen. Wenn da nicht der Isländer Gudjon Valur Sigurdsson gewesen wäre.

Tore im Handball sind nun wirklich keine Seltenheit. Anders als beim Fußball fallen in der temporeichen Sportart binnen 60 Minuten schon mal bis zu 60 Treffer oder mehr.

Und auch an Spektakel herrscht kein Mangel: kuriose Dreher von der Torauslinie, No-Look-Pässe an den Kreis oder spektakuläre Anspiele im Flug - alles schon mal dagewesen.

Doch was der Isländer Gudjon Valur Sigurdsson im Trikot des THW Kiel in der Partie gegen den TBV Lemgo abgeliefert hat, ist vermutlich das Tor des Jahres in der abgelaufenen Saison.

Abwehrversuch wird zum Torschuss

Die Partie ist fast entschieden. Kiel führt, da entschließt sich Lemgos Trainer seinen Torwart aus dem Kasten zu nehmen und dafür einen zusätzlichen Feldspieler einzuwechseln. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf. Denn bei einem gegnerischen Angriff gelingt es Sigurdsson, den Wurf zu blocken und mit einer kurzen Drehung des Handgelenks auf die Reise zu schicken. Es sieht erst völlig ungefährlich aus, ganz langsam hoppelt der Ball vom Mittelkreis aufs gegnerische Tor zu.

Erst da bemerken die Zuschauer, was möglich ist und beginnen, erwartungsvoll zu jubeln. Denn die Lemgoer haben die Situation unterschätzt, viel zu spät jagt ein Abwehrspieler der Kugel hinterher. Doch die Rettungsbemühungen scheitern, gemeinsam mit dem Ball rauscht der Lemgoer ins Tor.

Am Ende siegt Kiel deutlich mit 38:25 und holt sich damit die Tabellenführung zurück. Doch der eigentliche Held des Abends heißt Gudjon Valur Sigurdsson.

Volker Königkrämer
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