HOME

Doping-Skandal: T-Mobile schmeißt Ullrich raus

Der Radrennstall T-Mobile hat seinem früheren Kapitän Jan Ullrich die Kündigung ausgesprochen. Der Tour-Sieger von 1997 will sich dagegen zur Wehr setzen.

Jan Ullrich ist von seinem Arbeitgeber T-Mobile vor die Tür gesetzt worden. Dies bestätigte der Radprofi auf seiner Homepage. Demnach hat Ullrich bereits am Donnerstag die außerordentliche Kündigung des Fahrervertrages erhalten. Dagegen will der Tour-Sieger von 1997 nun vorgehen.

"Die Kündigung von T-Mobile ist für mich nicht akzeptabel. Sehr enttäuscht bin ich darüber, dass mir diese Entscheidung nicht persönlich, sondern von den T-Mobile-Anwälten nur per Fax mitggeteilt wurde", teilte Ullrich auf seiner Homepage mit. Sein Anwalt Ulrich Theune kündigte juristische Schritte an: "Die Kündigung wird keinen Bestand haben". Manager Wolfgang Strohband sagte dazu: "Die Kündigung ist unbegründet. Sofern das für die nächste Woche geplante Gespräch keine Einigung bringt, wird Jan Ullrich die Kündigung gerichtlich anfechten."

Schätzungsweise 2,5 Millionen Euro bekommt Ullrich nach Presseberichten jährlich von T-Mobile. Der Vertrag des Radprofis lief bis Jahresende. Nach der Kündigung durch T-Mobile könnten auch andere Sponsoren des Radprofis aussteigen.

Ullrich pocht auf Unschuldsvermutung

Ullrich war einen Tag vor Beginn der Tour den France wegen Doping-Verdachts vom wichtigsten Radrennen der Welt ausgeschlossen worden. Er beteuerte seine Unschuld. "In einem Rechtsstaat gilt nicht nur für mich, sondern für jeden anderen Menschen auch die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen wurde", erklärte er vor einer Woche. Direkt nach seinem Ausschluss hatte er erklärt: "Ich habe mit der Sache nichts zu tun" und angekündigt, er werde versuchen, seine Unschuld mit Hilfe eines Anwalts zu beweisen.

T-Mobile hatte die Suspendierung mit konkreten Hinweisen darauf begründet, dass die Unschuldsbeteuerungen in der Doping-Affäre um den spanischen Sportarzt Eufemiano Fuentes falsch seien. Neben Ullrich wurden auch Mitfavorit Ivan Basso sowie zahlreiche weitere Fahrer wegen des Verdachts der Verwicklung in die Dopingaffäre von der Tour ausgeschlossen, die am Sonntag in Paris zu Ende geht.

che/Reuters / Reuters
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity