Dopingverdacht gegen Basso Ermittler auf den Hund gekommen


Überführt der Name seines Hundes Ivan Basso? Dieser soll sich mit dem Codenamen "Birillo" decken, den die Doping-Ermittler Basso zuordnen. Niemand will den Namen preisgeben.

Die spanischen Behörden betrachten Basso als dringend des Dopingbetrugs verdächtig. Indizien wie ein abgehörtes Telefonat bringen den Giro-Sieger in arge Bedrängnis. In dem Gespräch zwischen Dr. Fuentes und seinem Assistenten berichtet Letzterer, dass Paolo Savoldelli als Erster das Ziel erreichte - dicht gefolgt von einem Fahrer, dem er das Pseudonym "Birillo" gab. Da sich der Name "Birillo" auch auf Notizzetteln an Dr. Fuentes Kühlschrank befand, wurde die spanische Polizei hellhörig. Anhand der Ergebnistabelle des diesjährigen Giro d'Italia konnte sie diesen Codenamen dem Radprofi Basso zuordnen. Zudem hört auch Bassos Hund laut Polizeiangaben auf denselben Namen.

Dies wird aber heftig bestritten von Bassos Freunden und seinem Anwalt Martelli. Bassos Asphaltpartner, Giovanni Lombardi, weigert sich generell den Namen des Hundes zu nennen. "Das ist Ivans Angelegenheit, ich bin ja nur sein Freund", sagte er gegenüber der Süddeutschen. Martelli hingegen erklärte: "Gestern habe ich gehört, wie Bassos Tochter den Hund Tarello nannte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich eine Zweijährige beim Namen ihres Hundes irrt."

Anwalt: Vorwürfe seien unbegründet

Nach Akteneinsicht in Madrid sieht der Anwalt von Ivan Basso die Doping-Vorwürfe gegen den suspendierten italienischen Radprofi als unbegründet. Basso sei aber bereit, sich einer DNA-Analyse zu unterziehen, um alle Spekulationen zu beenden, so Martelli. Der Anwalt selbst lehnte einen solchen Test für seinen Mandanten jedoch ab.

Es gebe keine Beweise, die den diesjährigen Giro-Sieger mit der Schlüsselfigur des Dopingskandals Eufiemiano Fuentes in Verbindung bringen, sagte Martelli. Basso erscheine weder auf Fotos noch auf Filmen. Die Abschrift der abgehörten Telefongespräche lasse Raum für viele Missverständnisse. Der Favorit für die Tour der France war zusammen mit Jan Ullrich und sieben weiteren Fahrern wegen angeblicher Verbindungen zum Doping-Netzwerk von Fuentes von der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen worden.

Warten auf das Belastungsmaterial

Der oberste Schweizer Sportrichter rechnet bis zum Ende des Sommers mit einem Abschluss eines möglichen Verfahrens gegen Ullrich. Im Fall eines Dopingnachweises drohe ihm die obligatorische zweijährige Sperre, sagte der zuständige Präsident der Disziplinarkammer für Dopingfälle des Schweizerischen Olympischen Verbandes, Gerhard Walter, im Internetportal Sport1.de. Weil Ullrich einen Wohnsitz in der Schweiz hat, ist der eidgenössische Radsportverband für den gebürtigen Rostocker zuständig. Walter hatte auch das Urteil im Doping-Fall des ehemaligen Gerolsteiner-Profis Danilo Hondo gesprochen.

Der Schweizer Radsport-Verband warte täglich auf die Unterlagen des Weltverbandes UCI mit dem Belastungsmaterial, sagte Walter. Sollte der Schweizer Verband Ullrich für schuldig halten, werde ihm die Profilizenz entzogen. Nach dem "Ehrenkodex" der 20 ProTour-Teams drohen dem heute 32-jährigen Ullrich nach Ablauf der Sperre zwei weitere Jahre Arbeitsverbot in einer der Elite-Mannschaften.

DPA DPA

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