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Eisschnelllauf: "Gold-Anni" holt den Weltrekord zurück

Olympiasiegerin Anni Friesinger hat sich in Calgary ihren Eisschnelllauf-Weltrekord über 1500 Meter zurückgeholt. Die 28-jährige Inzellerin lief bei Testrennen 1:53,22 Minuten.

Damit war sie 0,55 Sekunden schneller als Weltmeisterin Cindy Klassen. Die Kanadierin hatte die Bestmarke von 1:53,77 Minuten vorige Woche an gleicher Stelle aufgestellt. Zum Auftakt der Testrennen eine Woche vor dem Weltcup-Start hatte auch der Norweger Eskil Ervik in 3:37,28 Minuten einen Weltrekord auf der nichtolympischen 3000-Meter-Distanz erzielt.

Anni Friesinger erkämpfte sich auf dem "Sahneeis" ihren Rekord zurück, den sie zuvor bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City als Goldmedaillen-Gewinnerin in 1:54,02 Minuten aufgestellt und am 9. Januar dieses Jahres wieder an Klassen verloren hatte. "Das war ein Superlauf. Da hat wirklich alles gepasst", meinte Anni Friesinger freudestrahlend.

Bereits in der Vorwoche hatte sie bei den deutschen Meisterschaften in Berlin mit der Glanzzeit von 1:15,17 Minuten über 1000 Meter ihre Superform zum Auftakt der Olympia-Saison unter Beweis gestellt. Über 500 Meter unterstrich die Allround-Weltmeisterin in Calgary zugleich auch ihre Sprinter-Qualitäten. Sie gewann den Test in hervorragenden 38,24 Sekunden vor der Erfurterin Sabine Völker (38,86).

Auch Ervik mit Rekord

Ervik war über 3000 Meter gleich 1,74 Sekunden schneller als der amerikanische 5000-Meter-Weltmeister Chad Hedrick am 10. März 2005 auf der selben Bahn. Bereits am 15. Oktober hatte Ervik in Inzell mit dem Freiluft-Weltrekord von 3:44,90 Minuten seine gute Verfassung unterstrichen. Der Dresdner Jens Boden hatte sich am Samstag als einziger Deutscher einem ersten Test unterzogen. Der Olympia-Dritte belegte über 3000 Meter trotz persönlicher Bestzeit von 3:47,75 nur Platz 13. Der Rest der deutschen Auswahl hatte an den ersten beiden Test-Renntagen auf Starts verzichtet, nachdem sich die Ankunft in Calgary wegen Problemen mit dem Feuermeldesystem der Maschine der "Air Canada" und einer Zwischenlandung in Montréal um insgesamt neun Stunden verzögert hatte.

In Berlin gab die neunmalige Sprint-Weltmeisterin Monique Garbrecht-Enfeldt nach langer Verletzungspause ihren Saisoneinstand. Mit Zeiten von 39,97 und 39,90 Sekunden über 500 Meter fiel der Auftakt zwar eher mäßig aus, dennoch gab sich die Berlinerin erleichtert: "Ich habe erst zehn Tage Starts geübt, insofern bin ich zufrieden. Jetzt beginnt die Aufholjagd. Es ist spät, aber hoffentlich nicht zu spät", sagte die 36-Jährige am Sonntag. Am Mittwoch wird Monique Garbrecht-Enfeldt zur Auswahl in Calgary stoßen, um sich dort auf die ersten Rennen im Sprint-Weltcup in Salt Lake City (18. bis 20. November) vorzubereiten.

DPA

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