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Fall Ray Rice: Polizist bringt NFL-Boss Goodell in Erklärungsnot

Ist die Prügelattacke von NFL-Profi Ray Rice den Ligaverantwortlichen schon seit Monaten bekannt? Ein namentlich nicht genannter Polizist behauptet genau das, während NFL-Boss Goodell dementiert.

NFL-Profi Ray Rice und seine heutige Ehefrau Janay Palmer auf einer Pressekonferenz Ende Mai

NFL-Profi Ray Rice und seine heutige Ehefrau Janay Palmer auf einer Pressekonferenz Ende Mai

In der Affäre um American-Football-Profi Ray Rice gerät NFL-Boss Roger Goodell immer mehr in Erklärungsnot. Eine unabhängige Untersuchungskommission unter der Leitung des ehemaligen FBI-Direktors Robert S. Miller soll die Rolle der Liga in dem Fall prüfen, bestätigte der Chef der National Football League (NFL). Rice hatte seine damalige Verlobte und heutige Ehefrau Janay Palmer im Februar dieses Jahres in einem Fahrstuhl eines Casinos in Atlantic City bewusstlos geschlagen und wurde dafür am 24. Juli von der NFL zunächst für zwei Spiele suspendiert.

Erst als am Montag ein zweites Video von der Auseinandersetzung mit seiner Lebensgefährtin öffentlich wurde, zogen die NFL und die Ravens drastischere Konsequenzen. Der Running Back wurde von seinem Club entlassen, die Liga sperrte ihn auf unbestimmte Zeit.

Wie viel wusste die NFL?

Ein Polizeibeamter, der anonym bleiben wollte, erklärte nun der Nachrichtenagentur AP, er habe der NFL bereits vor fünf Monaten ein Video von dem Vorfall - aufgenommen von einer Sicherheitskamera - geschickt. Am 9. April sei der Eingang der DVD von einer Angestellten der NFL bestätigt worden. Goodell beharrt auf seiner Aussage, Liga-Funktionäre hätten die Videobilder erst in dieser Woche gesehen.

"Uns ist nicht bekannt, dass jemand in unserem Büro das Video besessen oder gesehen hat, bevor es am Montag veröffentlicht wurde. Wir gehen der Sache nach", sagte NFL-Sprecher Brian McCarthy. Rice, Super-Bowl-Champion mit den Ravens 2013, war im März wegen schwerer Körperverletzung angeklagt worden. Im Zuge des Vorfalls hatte die NFL ihre Statuten verschärft. Bei Fällen von häuslicher Gewalt soll es künftig eine Sperre von sechs Spielen geben, ein weiteres Vergehen würde ein Berufsverbot von mindestens einem Jahr nach sich ziehen.

feh/DPA / DPA

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